Juicy Gay – Hallo, wie geht’s? (Review)

Wer wissen möchte, wer sich hinter dem Rapper Juicy Gay (angelehnt an den US-Rapper Juicy J) verbirgt, sollte sich in jedem Fall die Kurz-Dokumentation „Borken Calling“ angucken. Das Team vom splash! Mag hat den Borkener Rapper ein wochenende durch seine Heimatstadt – inklusive Dorffest, Privat-Party, Flohmarkt und Fischteich begleitet. Nachdem Arthur Rudt, wie Juicy mit bürgerlichem Namen heißt, zunächst begann seine Tracks und Mixtapes selber zu produzieren und bei Soundcloud und YouTube kostenlos ins Netz zu stellen,  hat er sich immer weiter professionalisieren können. Auch seine Bekanntheit konnte er immer weiter steigern. Auch weil viele zunächst dachten, er wäre der erste offen schwule Rapper Deutschlands. Ein Missverständnis, das er später selbst widerlegte. Er hat bereits mit anderen Deutschrap-Artists wie Money Boy a.k.a. YSL Know Plug („Juicy Gay“) , Haiyti („Das hat nichts zu bedeuten“) oder LGoony („Sace Sace Remix„) zusammengearbeitet. 

Juicy Gay veröffentlicht „Hallo, wie geht’s?“

Der Hype, der vorwiegend im Internet und auf Twitter stattfand,  gipfelte schließlich in einem echten Plattenvertrag, den er mit dem Heilbronner Indie-Label WSP Entertainment geschlossen hat. Darauf ist nun sein erstes Album „Hallo, wie geht’s?“ erschienen, das er gemeinsam mit dem Berliner Produzenten AsadJohn  aufgenommen hat.

Auf seinem ersten offiziellen Release offenbart der Rapper seine musikalische  Vielfältigkeit und lässt dabei tief in seine Seele blicken. Zumindest erwckt es beim Zuhörer den Anschein, als würde er tatsächlich einen Einblick in sein Seelenleben geben. Ohne dabei komplett „cheesy“ zu sein. Die Tracks „Traurig ohne Grund“ oder „Paris“ sind perfekte Beispiel dafür.  In „100K Mäuse“ macht er zwar mächtig auf dicke Hose, weiß aber auch, dass er „mehr Feinde als Freunde“ hat.

Übertreibung als wichtiges Stilmittel guter Unterhaltung

Doch er kann auch direkt in den Angriffsmodus schalten. Der Opener „HWG“ geht zu Beispiel mächtig nach vorne. Man kann es sich richtig vorstellen, den Track im Club mit Strobo-Effekt und fetten Bässen zu hören. Ebenso wie der Track „Savage“ , in dem er textlich natürlich augenzwinkernd komplett übertreibt. Aber Übertreibung als Stilmittel ist genau das Ding, mit dem Juicy bei mir punkten kann. Man fühlt sich dadurch einfach gut unterhalten. In „2 Uhren“ nimmt er den YouTuber Mr.Wixa auf die Schippe, für den er gleichzeitig eine gewisse Bewunderung hegt, wie er im All Good Podcast verriet.

Skibrille“ ist alleine schon wegen der Hook ein absoluter Banger, den man unweigerlich feiern muss. Vorausgesetzt man steht auf den Trap-Style von Juicy Gay. Als einziges Feature ist Felix Krull auf dem Track „Grillz“ vertreten. Insgesamt zeigt der Rapper auf „Hallo, wie geht’s?“ , dass er sich musikalisch weiterentwickelt hat. Die Zusammenarbeit mit AsadJohn, der auch schon für das „City Tarif“ Mixtape der Hamburgerin Haiyti verantwortlich zeichnete, hat daran einen großen Anteil.

Und egal, ob Juicy Gay den Weg hin zur Professionalisierung konsequent weiterverfolgen will, er bleibt ein spannender Charakter in Sachen deutschsprachiger Rap, den man definitiv im Auge behalten sollte.

Das Juicy Gay Album „Hallo, wie geht’s?“ (Partner-Link) ist am 7. April bei WSP Records erschienen.

Juicy Gay – Hallo, wie geht’s?:  Die Videos

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Hallo, wie geht’s? Tracklist:

1. HWG
2. Kilo Chainz
3. Traurig ohne Grund
4. 2 Uhren
5. 3x
6. 100k Mäuse
7. Grillz feat. Felix Krull
8. Savage
9. Kagawa
10. Skibrille
11. Subway
12. Paris

Juicy Gay HWG Hallo, wie geht's? Cover
Juicy Gay – Hallo, wie geht’s? Cover: Graphizzle Novizzle

Foto-Credit: Marius Knieling

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