Oakfield Festival 2015: Nachbericht (Bildergalerie)

Groß, größer, Oakfield Festival 2015. Ich muss immer noch verarbeiten, was da am letzten Samstag und in den frühen Morgenstunden des Sonntags stattgefunden hat. Tolles Wetter, leckeres Essen und genug zu Trinken auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ein gut durchdachtes Line-up und überraschende Auftritte. Kein Wunder also, dass der kleine, aber feine Open-Air-Event zwischen Hamburg und Bremen in diesem Jahr weit mehr als tausend Besucher angelockt hat. Die Veranstalter gehen sogar von den höchsten Besucherzahlen seit Bestehen des Festivals aus. Doch nun zum eigentliche Programm: Man konnte sich über Auftritte von Petterson, Jeremiad, The Hansons, Anchors & Hearts, Station 17, Milliarden, Birth of Joy und Le Fly freuen. In den Umbaupausen haben die Jungs von Risk of Addiction auf einem Planwagen ihren letzten Auftritt zelebriert. Doch am besten fange ich mal der Reihe nach an. Hier kommt mein offizieller Nachbericht.

Oakfield Festival 2015: Das erste Highlight

Zum Start durften die beiden Gewinner des diesjährigen Bandcontests auf der Bühne ran. Sowohl Petterson als auch Jeremiad lieferten, wie schon im Bremer Tower Musikclub, eine gute Performance ab. Lediglich die Besucher wollten noch nicht so richtig abrocken und genehmigten sich bei herrlichem Sonnenschein erstmal ein Bier oder einen Oakfield-Burger und machten es sich auf dem Rasen gemütlich. Schwamm drüber. Danach durften die Lokalhelden The Hansons an die Geräte. Die Band, die größtenteils Coversongs von Turbonegro („All My Friends Are Dead“) für den Auftritt ausgewählt hatte, konnte dann auch die ersten Besucher zum Mittanzen bewegen. Solide und gut abgeliefert.

Dann wurde es noch einen ganzen Tick lauter. Die Jungs von Anchors & Hearts betraten die Bühne und machten von Anfang an unmissverständlich klar, dass man zu ihrem Melodic-Hardcore nur schwer nicht mitgehen konnte. Das erste Mal wurde es richtig voll vor der Bühne und Frontmann Manuel Wintjen sprang wie ein Duracell-Hase auf Crack wild auf der Bühne herum. Das half. Denn die Leute hatten ebenso ihren Spaß. Zum Finale ließen die Jungs Konfetti von der Bühne regnen. Mein erstes Highlight an diesem Abend.

Dann betrat die Hamburger Kapelle Station 17 die Bühne. Und beim Blick auf die einzelnen Mitglieder wurde schnell klar, dass es sich um keine „normale“ Band handeln konnte. Denn: Bei einem Teil der Mitglieder handelt es sich um Menschen mit Behinderung. Ein tolles Projekt, das Ende der 1980er-Jahre von der evangelischen Stiftung Alsterdorf ins Leben gerufen wurde. Die Songs der Musiker brachten das Publikum zum Mitteilen und Schunkeln. Ein toller Auftritt, der mit reichlich Applaus vollkommen zurecht beklatscht wurde.

Ausgelassen: Letzter Auftritt von Risk of Addiction

Dann durften Risk of Addiction das erste Mal an diesem Abend ran. Nach gut elf Jahren sollten die Kurzauftritte zwischen den Umbaupausen auf dem Oakfield der letzte Gig der Band sein. Die Fans feierten und bekamen zum Dank die restlichen Merch-Artikel und Gratis-Kurze von Frontmann Addy von der Bühne gereicht.

Doch dann wäre Milliarden aus Berlin dran. Nach einem etwas zu langem Sound-Check hatte sich die Band mit ihrem rotzigen Indierock schnell ein paar neue Fans erspielt. Songs wie „Kokain & Himbeereis“, „Vergiss mich nicht“ oder „Freiheit ist eine Hure“ haben aber auch ein solches Ohrwurmpotential, dass man einfach Mitsingen oder wahlweise Mitgrölen muss. Fantastischer Auftrifft des Duos mit Unterstützung ihrer Live-Band. Wieder wurde umgebaut und Addy und seine RoA-Jungs durften wieder ran.

Großes Finale: Nostalgie und Party-Abriss

Jetzt wurde etwas nostalgischer Rock geboten. Die Band Birth of Joy aus den Niederlanden verlor sich für meinen Geschmack etwas zu sehr in ihren gefühlten Endlos-Songs. Vielen anderen gefiel der Sound aber durchaus. Nicht so mein Ding, aber durchaus gut gemacht. Umbaupause und finaler Worte von Risk of Addiction an die johlenden Fans – inklusive Konfetti-Regen.

Dann folgte das absolute Highlight und der offizielle Abriss des Abends. Le Fly, die quirlige Tanzkapelle aus Hamburg, St. Pauli betrat die Bühne und ließ die Menge nun richtig abgehen. Der Mix aus Punk, Rap, Rock und Ska macht einfach Spaß und die Leute drängelten sich in der Dunkelheit kuschelig aneinander und feierten eine riesige Sause. Ein wirklich gelungener Abschluss für das Oakfield Festival, das von „Fans für Fans“ gemacht wird, wie es so treffend auf den Festival-Banner zu lesen. Hier stimmte in diesem Jahr einfach alles. Bis zum nächsten Jahr!

Oakfield Festival 2015: Bildergalerie

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