Silverstein – Dead Reflection // Review

Seit nunmehr 17 Jahren haben sich Silverstein als Bandkollektiv am Leben erhalten. Und veröffentlichen in regelmäßigen Abständen neue Alben. Was mich persönlich immer wieder freut. Wenn man die Kanadier einmal live gesehen hat, bietet sich mit jedem neuen Tonträger die Chance, die neuen Songs auch auf einer Tour erleben zu können.

Review: „Dead Reflection“ von Silverstein

Nun erscheint mit „Dead Reflection“ das mittlerweile elfte Studioalbum der Band um Frontmann Shane Told. Laut Eigenaussage der Band ist es ihr bestes Album bisher geworden. Damit hängt man als Künstler die Latte schon mal sehr hoch. Also habe ich mir die Songs vorab einmal angehört.

Mit „Last Looks“ steigt man als Hörer also nun in „Dead Reflection“ ein. Zum Auftakt servieren die Kanadier schon ein ordentliches Brett von Song. Mit deftigen Drums und typischen Screamo-Elementen. Melodiös immer zwischen totaler Eskalation und geglätteten Wogen. Klasse!

Retrograde“ haben Silverstein schon vorab veröffentlich. Ein typischer Song der Band, rockig mit Halleffekten. Erinnert mich irgendwie auch an die besseren Songs von The Used, als diese noch Relevanz besaßen. Dann folgt „Lost Positives“ – einfach nur großartig, was Shane Told und seine Mannen so früh schon für starke Songs auspacken. Was für ein perfekt komponierter Refrain, mit hohem Radio-Playlist-Potential.

„Aquamarin“ ist der beste Song des Albums

Weiter geht es mit „Ghost“ , dem Track, der bereits seit einem knappen Jahr zum Live-Programm der Band gehört, und zu dem aus auch ein offizielles Musikvideo gibt. Unbedingt anhören, wenn der Track schon fast das Zeug zum Stadionrock besitzt. Mit „Aquamarin“ haben Silverstein den aus meiner Sicht besten Song auf „Dead Reflection“ geschrieben. Erinnert von der Komposition und der Stimmung extrem stark an „Your Sword Versus My Dagger“ aus dem Album „Discovering The Waterfront“. Für mich einer der besten Silverstein-Songs überhaupt. Mit einem extremen Mitsing-Potential.

Dann wird es mit „Mirror Box“ zwischendrin mal etwas ruhiger. Aber die Erholung kann man als Hörer auch gut gebrauchen, nach dem Vollgasstart. „Demons“ ist dagegen wieder ein ziemlich straighter Song geworden. Shane Told startet mit einem Screamo-Intro bis die treibenden Drums durch den Rest des Songs führen.  Danach folgt „The Afterglow“ mit deutlich Punk-Pop-Anleihen, die man von Sum 41 oder Blink-182 gewohnt ist. Ein großartiger stilistischer Bruch.

Ähnlich verhält es sich bei „Cut And Run„, der schon fast wie ein breitbeiniger Poser-Rocksong daherkommt. Aber es sei ihnen verziehen. Aus meiner Sicht einer der wenigen mittelmäßigen Songs auf dem Album. Mit „Secret’s Safe“ läuten Silverstein dann langsam aber sicher das große Finale ein. Ein sehr nachdenklicher Song, wie es bei Silverstein auf praktisch jedem Longplayer einen gibt.

Silverstein mit großer musikalischer Klasse

Kurz vor der Ausfahrt kommt dann aber noch die aktuelle Single „Whiplash“ um die Ecke, die einen sprichwörtlich aus dem Schlaf peitscht. Wieder treibt Schlagzeuger Paul Koehler mit Tempo durch den Song; die Gitarren von Paul Marc Rousseau und Josh Bradford im Zusammenspiel mit Bassist Bill Hamilton tuen ihr Übriges. Silverstein beweisen nochmals ihre Klasse.

Und dann kommt es zum Finale mit der Ballade „Wake Up„.  Ruhig, nachdenklich und sehr bedächtig entlässt die Band den Hörer nach zwölf Songs wieder. Am Ende muss ich auch sagen, dass Silverstein sich tatsächlich auch nach so vielen Alben und einer so langen Zeit nicht neu erfinden müssen, um gleichzeitig alles richtig zu machen. Auf „Dead Reflection“ präsentieren die Postcore-Veteranen ihr ganzes Können und ihre große musikalische Klasse. Einfach wunderbar und vielleicht wirklich das beste Album der Band.

Das neue Silverstein Album „Dead Reflection“ (via Partner-Link bestellen) erscheint am 14. Juli 2017 bei Rise Records.

Ab September sind Silverstein auf Tour in Deutschland.

For The Fans Tour 2017: Termine

29.09. Köln – Gebäude 9 (AUSVERKAUFT)
30.09. Münster – Gleis 22 (AUSVERKAUFT)
01.10. Bremen – Tower
02.10. Hamburg – Logo
04.10. Hannover – Chéz Heinz
05.10. Berlin – Cassiopeia
06.10. Leipzig – Naumanns
07.10. Dresden – Puschkin
08.10. Dortmund – FZW
10.10. Wiesbaden – Schlachthof
11.10. Trier – Mergener Hof
12.10. Würzburg – Café Cairo
13.10. Erlangen – E-Werk
14.10. München – Kranhalle (AUSVERKAUFT)

Silverstein – Whiplash

Video

Silverstein – Ghost

Video

Tracklist

1. Last Looks
2. Retrograde
3. Lost Positives
4. Ghost (previously released: Oct 14, 2016)
5. Aquamarine
6. Mirror Box
7. Demons
8. The Afterglow
9. Cut and Run
10. Secret’s Safe
11. Whiplash
12. Wake Up

 

Foto-Credit: Wyatt Clough

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