Tim Wiese im Interview über das WWE Training, Wunschgegner & Ziele

Tim Wiese im Interview WWE Video

Tim Wiese im Interview: Darin spricht der ehemalige Bundesliga-Keeper (u.a. SV Werder Bremen, TSG 1899 Hoffenheim) über das anstehende WWE Training, Wunschgegner und seinen Ziele. Auf Twitter lässt Wiese seine Fans in regelmäßigen Abständen wissen, wie es damit vorangeht. Zuletzt war er zu Vertragsverhandlungen in Hamburg und hat dabei auch einen kurzen Abstecher mit seinem Sportwagen zum Neuen Wall gemacht. Was dazu führte, dass zahlreiche Passanten ihre Handys zückten, im Bilder zu machen.

Tim Wiese im Interview über seine anstehende Wrestling-Karriere

So ganz aus dem Rampenlicht verabschieden will sich der Ex-Torhüter, der jüngst sein altes Alter Ego in „Beckmanns Sportschule“ gemeinsam mit dem EM-Bestatter Nico Patschinski beerdigt hat, dann doch nicht. Es bleibt also spannend, ob Wiese seine Wrestling-Karriere noch in diesem Jahr startet. Fast ganz Deutschland fiebert der zweiten Karriere entgegen. Hier geht’s zum kompletten Video.

„Direkt-Link zum Video auf Youtube“

Tim Wiese spricht im Interview mit WWE Deutschland über sein bevorstehendes Training im WWE Performance Center in Orlando, Florida. Wie sieht Tim Wieses Trainings-Vorbereitung aus? Wird er bei der WWE Live Tour im November in Deutschland ein Match bestreiten? Und wer ist sein Wunschgegner?

Screenshot: YouTube.com/WWE Deutschland

Swiss im Interview über die „Missglückte Welt“

Swiss & Die Andern im Interview

Vor knapp zwei Wochen ist das neue Album von Swiss und seiner Band Die Andern erschienen. „Missglückte Welt“ heißt das Werk und bildet ein tatsächlich buntes Potpurri an musikalischen Genres ab – von Punk bis Pop. In seinen Songs ist Swiss mal recht zornig und stinkt gegen all das an, was in unserer Gesellschaft so schief läuft. Dann wiederum wird es auch mal poppiger, und gerne auch mal etwas besinnlicher. Doch wer den Hamburger Musiker kennt, der weiß, dass er sich nicht vorschreiben lassen will, wie er zu klingen hat und welche Gefühle er zu Texten verarbeitet. Daher passt es auch, dass er für die neue Platte den bekannten „Rauchhaussong“ der Berliner Polit-Rockband Ton Steine Scherben neu aufgenommen hat. Kurz vor dem Album-Release hatte er noch die Zeit, mir ein paar Fragen im Interview zu beantworten.

„Live läuft es extrem gut bei uns“

Zeitgeist247: In wenigen Tagen erscheint dein neues Album „Missglückte Welt“, das du wieder mit deiner Band „Die Andern“ aufgenommen hast. Was hat sich seit dem Release von deinem ersten Album „Jeder Track ein Hit“ am meisten verändert?

Swiss: Boah. Gute Frage. Irgendwie alles und irgendwie nichts. Ich glaube besonders im texterischen Bereich drehen sich meine Songs noch immer um die gleichen Motive. Auf der anderen Seite schreibe ich heute viel viel bessere Songs als damals, ich treffe öfters den Kern der Dinge, über die ich reden möchte. Musikalisch kann man das neue Ding natürlich null mit JTEI („Jeder Track ein Hit“, Anm. d. Red.) vergleichen. Da liegen Welten zwischen. Unser Sound ist mittlerweile einzigartig in Deutschland. Wir bringen einen harten Crossover, den keine andere Band so roh und echt umgesetzt bekommt.

ZG247: Würdest du also sagen, dass du heute erfolgreicher bist oder erreichst du praktisch immer noch die selben Leute?

Swiss: Keine Ahnung. Ich bin auf jeden Fall der bessere Swiss im Vergleich zu damals. Aber ich muss zugeben, dass es besonders live schon extrem gut läuft bei uns.

„Solche Fans sollen unsere Platten nicht kaufen“

ZG247: Du positionierst dich, anders als eine ganze Reihe anderer Rapper hierzulande, eindeutig links und sprichst viele gesellschaftliche und politischen Themen, die im Argen liegen, offen an. Wie findest du es, dass sich viele andere Musiker und Künstler gar nicht oder nur zögerlich zur aktuellen Situation hier im Lande äußern?

Swiss: Schwach. Da haben Leute ganz eindeutig Angst Fans zu verlieren. Aber wir wollen solche Fans nicht haben. Die sollen unsere Platten nicht kaufen und nicht bei unseren Konzerten aufkreuzen.

ZG247: Kannst du denn wirklich steuern, wen du nicht auf deinen Konzerten haben möchtest?

Swiss: Klar. Ich finde wenn man sich so eindeutig wie wir positioniert, dann musst du echt extrem dumm sein, wenn du als Fascho trotzdem zu uns aufs Konzert kommst. Obwohl? Dummheit ist ja die herausragende Eigenschaft vieler rechtsextremer Idioten. Haha. Nee, keine Ahnung. Bei uns auf Konzerten triffst du nicht nur die hübschesten Mädchen auf der ganzen Welt, sondern auch die coolsten Typen! Da ist so viel Liebe und Energie im Raum, da passt kein schlechtes Mojo rein.

ZG247: „Vermisse dich“ vom letzten Album war ein recht erfolgreicher Song, wenn man auf die Klickzahlen im Netz guckt. Dazu recht poppig inszeniert. Gibt es auf deinem neuen Album wieder ähnliche Songs?

Swiss: Ich will gar nicht zu viel verraten. Außer: Die „Missglückte Welt“ ist großartig geworden. Sie wird mein Leben verändern, das der Band und von jedem, der sie hört!

ZG247: Und muss man so einen poppigen Song im Programm haben, damit man von den Radiostationen gespielt wird oder ist dir das egal?

Swiss: Ist mir total egal. Ich habe halt auch eine Veranlagung dazu, melancholische und nachdenkliche Songs zu schreiben. Zudem habe ich ein ganz gutes Gefühl für eingängige Melodien, versuche aber trotzdem, dass die nie cheesy werden. So entsteht halt auch mal ein „poppiger“ Song, den ich aber nicht weniger feiere.

ZG247: Zum Schluss noch mal was ganz anderes: Du warst ja auch schon mal bei Inas Nacht als musikalischer Gast. War das ein Fehler?

„Ina ist ’ne coole Socke!“

Swiss: Null. Ina ist ’ne coole Socke, daher würde ich es sofort wieder tun.

ZG247: Okay, letzte Frage. Nach dem Release kommt die Tour. Was für Erwartungen hast du an die Live-Shows?

Swiss: Das wird wieder die totale Eskalation. Komm‘ mal vorbei. Ich garantiere dir, sowas hast du noch nie gesehen!

ZG247: Ich danke dir für das Interview!

Das Interview mit Swiss habe ich per E-Mail geführt. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

 

Hier könnt ihr euch noch mal alle Videos, die zum aktuellen Album von Swiss & Die Andern erschienen sind, angucken.

„Swiss & Die Andern – Ausgebombte Herzen (Video)“

„Swiss & Die Andern – Die Nacht/Pogo (Video)“

„Swiss & Die Andern – Einz, Einz, Zwei (Video)“

„Swiss & Die Andern – Gangster vom Asylheim (Video)“

Swiss & Die Andern Tour 2016

07.10. Frankfurt / Nachtleben
08.10. München / Backstage Club
14.10. Essen / Weststadthalle
15.10. Köln / Underground
20.10. Winterthur / Salzhaus
21.10. Lindau / Club Vaudeville
22.10. Stuttgart / Keller Klub
28.10. Berlin / Musik und Frieden
29.10. Leipzig /Moritzbastei
03.12. Hamburg / Kaiserkeller

Swiss & Die Andern Missglückte Welt Cover Tracklist
Swiss & Die Andern veröffentlichen im April ihr neues Album „Missglückte Welt“. Cover-Artwork und Tracklist sind bereits bekannt

Missglückte Welt Tracklist

1. Einz, Einz, Zwei
2. Die Nacht
3. Das schwarze Schaf
4. Ausgebombte Herzen
5. Insel im Paradies
6. Irgendwann
7. Perfekte Imperfektion
8. Der falsche Song
9. Rauchhaussong
10. Morgenland feat. Dag (SDP)
11. Gangster vom Asylheim
12. Pogo
13. Kopf der Getrud Bräuer feat. Shocky und der Hofkomponistin

Das neue Swiss + Die Andern Album „Missglückte Welt (LTD. Boxset)“ ist am 1. April 2016 bei Missglückte Welt/Soulfood erschienen.

Foto-Credit: Christopher Wesser Sandbox Studio Photography

Buddy Buxbaum im (extrem verspäteten) Interview

Buddy Buxbaum Interview Deichkind Unkaputtbar

Besser spät als nie: Ehrlich gesagt hatte ich diesen Post schon längst abgeschrieben. Warum? Weil meine Anfrage für ein schriftliches Interview mit Buddy Buxbaum mittlerweile mehrere Monate zurückliegt. Damals hatte das ehemalige Deichkind-Mitglied sein Solo-Album „Unkaputtbar“ veröffentlicht und war beim Bundesvision Song Contest von Stefan Raab für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern angetreten. Am Ende landete er mit seinem Song „Termin im Park“ auf dem vorletzten Platz, vor Wunderkynd, der Band von Olli Banjo. Danach verabscheidete er erstmal in den wohlverdienten Urlaub. Ich erhielt nie wieder eine Rückmeldung auf meine Anfrage. Bis jetzt. Daher kann ich nun doch seit langer Zeit mal wieder eine frisches Interview präsentieren. Alle Fragen und Antworten zum verschollen geglaubten Interview mit Buddy Buxbaum.

„Die Leute, die ich erreichen wollte, habe ich erreicht“

Zeitgeist247: Moin Buddy, jetzt hat sich der Trubel um den Bundesvision Song Contest gelegt und du hast für Mecklenburg-Vorpommern den 15. Platz geholt. War das eigentlich eher stressig dort aufzutreten oder siehst du es sportlich und hast auch den Promo-Gedanken im Hinterkopf?

Buddy Buxbaum: Sowohl als auch: Leute unterschätzen meistens den Aufwand den so eine Show in Eigenregie mit sich bringt, aber unter’m Strich war es nach wie vor eine super Plattform um meine Musik in mehreren Ohren zu platzieren. Der Nachhall ist durchweg positiv, denn die Leute, die ich erreichen wollte, habe ich erreicht.

ZG247: Der Name Deichkind scheint noch immer eng mit dir als Künstler verbunden zu sein. Zumindest habe ich kaum ein Interview oder einen Blogartikel gelesen, in dem die Referenz nicht vorkommt. Ist natürlich auch schwer, wenn die Jungs nun – nach deinem Rücktritt – so durchstarten. Nervt dich das eigentlich noch, wenn man darauf angesprochen wird oder bist du damit cool?

Buddy: Wir sind auch zu meiner Zeit schon durchgestartet. Es ist nur konstant größer geworden über die sieben Jahre meiner Abwesenheit. Auf die Initialzündung bin ich nach wie vor stolz und bereue keinen Tag währenddessen, oder danach.

ZG247: Nun gehst du ja 2016 auf Headliner-Tour und hast dir die Ruffcats mit an Bord geholt. Ist man nicht ein wenig aufgeregt, wenn man weiß, dass man ganz alleine die ganzen Gigs bestreiten muss?

Buddy: Aufgeregt bin ich noch nicht, aber dass die Aufregung kurz davor kommt ist sicher, wie das Wetter in der Karibik. Alleine bin ich ja nicht, sondern sehr froh, dass ich die Ruffcats für mich gewinnen konnte. Wir sind musikalisch & gesanglich auf der selben Wellenlänge und die Neuzeit-Funk-Show auf die Beine zu stellen wird eine große Party.

ZG247: Wie kam es, dass du ausgerechnet mit den Ruffcats auf Tour gehst?

Buddy: Die Jungs sind mir über die Jahre in verschiedenen Kontexten aufgefallen und als ich sie auf ihrer eigenen Tour mit ihrem eigenen Instrumental-Material besucht habe, hatten sie mich nach dem Abend im Sack. Wir haben uns nach der Show kennengelernt, eine Anschnupper-Jam gehabt und es war klar, dass der Vibe und das Feuer stimmen und Zack haben wir ein Video zusammengedreht und nun geht es alsbald, wie möglich, auf Tour.

Anmerkung dazu: Eigentlich wollte Buddy schon im Februar 2016 mit den Ruffcats auf Tour gehen. Da der Ticketverkauf aber nur schleppend anlief, werden die Termine nun für dieses Jahr neu geplant. Ein ausführliches Statement dazu gibt es hier.

ZG247: Bist du mit dem Release von „Unkaputtbar“ und den Reaktionen zufrieden, auch wenn das Album sicherlich kein typischer Chartstürmer ist?

„Mein Album bleibt unkaputtbar“

Buddy: Die Reaktionen auf mein neues Material sind sehr positiv. Ich bin schon davon ausgegangen, das ich als kleines Label im Alleingang längere Zeit brauchen werde um in dem Veröffentlichungswust aufzufallen. Aber was wir aus dem Stand heraus in dem letzten Jahr bewegt haben ist der Wahnsinn und macht mich Stolz. Mein Album bleibt unkaputtbar. Jetzt muss sich nur noch die Aufmerksamkeit einschleichen, die es verdient. Es ist ein wenig schade, dass im worldwide web konstant so viel los ist und die Aufmerksamkeitsspanne der Leute deswegen auch immer mehr limitiert ist. So entgeht vielen so viel Gutes.

ZG247: Worauf dürfen sich die Fans in den kommenden Monaten freuen? Wird es noch weitere Video-Auskopplungen geben und wird man dich eventuell auch als Feature-Gast auf anderen Releases hören können?

Buddy: Ich habe vieles in den letzten Wochen abgedreht und werde versuchen so viele Songs, wie möglich zu bebildern. Nach und nach werden die Clips ins Netz gestellt und wie immer auf Facebook und YouTube gebündelt. Ich bin weiterhin in Song-Produktionen hier und da eingebunden Man darf gespannt bleiben!

ZG247: Wenn du an Hamburg denkst, kannst du dir vorstellen, dass du mit Homebase in einer anderen Stadt eventuell anderen oder besseren Support zu „Unkaputtbar“ bekommen hättest? Zahlreiche Musiker in Berlin „featuren“ ja gefühlt alles und jeden, nur um die entsprechende Aufmerksamkeit zu bekommen.

„Hamburg bleibt meine Perle“

Buddy: Kann schon sein. Aber glücklicherweise richte ich mein Leben und Schaffen ja nicht nach ’nem Promokanal oder Hype-Chancen aus. Hamburg bleibt meine Perle und der geerdet ehrliche Hype genau mein Ding.

ZG247: Wie muss man sich Buddy privat vorstellen, wenn es um Musik geht? Läuft da auch mal Mainstream-Musik?

Buddy: Wenn, dann auch relativ spezieller Pop, Rock oder Folk (Die Black Keys oder Avett Brothers & Alabama Shakes sind ja mittlerweile Grammy Gewinner, also auch Mainstream) aber unter’m Strich eher Nischenkracher aus dem Nu-Beat, Rhythm & Blues, Bluegrass oder Library Raregroove Bereich.

ZG247: Mit welcher Künstlerin oder welchem Künstler/welcher Band würdest du mal gerne etwas zusammen machen?

Buddy: Madlib, Hiatus Kaiyote, Tony Allen, oder Bilderbuch.

ZG247: In deinen Lieder und Videos kommst du immer als absolut entspannter Zeitgenosse rüber. Was muss passieren, damit du die Fassung verlierst? Sofern das überhaupt möglich ist.

Buddy: Ungerechtigkeit oder Respektlosigkeit machen mich sauer. Da wachsen mir meine polnischen Stierhörner und dann wird’s doll. In der weltweiten momentanen politischen Lage, samt allen rassistischen Facebook-Lemmingen und ätzend verhetzenden Jung- oder Alt-Nazi-Idioten, gibt es nun ja reichlich davon, aber ich trenne Musik und Politik. Das funktioniert und bereichert sich gegenseitig nur bedingt und sind zwei Paar Schuhe, wie ich finde. Ich konzentriere mich da lieber global auf wertfreies positives Entertainment zum Abtauchen in andere Welten. In der realen Welt habe ich mir grundsätzlich angewöhnt zu versuchen Problemen entspannt zu begegnen, bevor ich mich unnötig aufrege. Denn das ändert oder löst sie bekanntlich auch nicht schneller. Also bleibt mein Lebensmotto weiterhin: Go easy, go lucky.

ZG247: Dem kann ich nichts mehr hinzufügen. Buddy, ich bedanke mich für die Beantwortung meiner Fragen.

Das Interview mit Buddy Buxbaum habe ich per E-Mail geführt und kein Geld dafür genommen oder erhalten. Vielen Dank für’s Lesen!

„Ballast feat. Peter Behrens“ (Video)

Unkaputtbar: Tracklist

1. Gib Ihm
2. Hulahub
3. Medizin
4. Hamsterrad
5. Manjana
6. Termin Im Park
7. Roulette
8. Taka Tuka
9. Vodka Soda
10. Robodisco
11. Ey Hey
12. Power
13. Hitec Overload
14. Ballast
15. Solaris
16. Hans Dampf

Das Buddy Buxbaum Album „Unkaputtbar“ ist am 14. August 2015 bei Holo Rec. erschienen.

Foto-Credit: Benne Ochs

Heimwerkerkönig Fynn Kliemann im Interview

Fynn Kliemann Interview Heimwerkerkönig DIY Video Tutorial

Der selbsternannte „Heimwerkerking“ Fynn Kliemann ist kein professioneller Handwerker und hat auch gar nicht den Anspruch, als solcher aufzutreten. Dennoch erreicht er mit seinen witzigen DIY-Clips auf seinem YouTube-Kanal mehrere zehntausend Menschen. Da kann man den Zevener, der im Hauptberuf eine eigene Werbeagentur betreibt, unter anderem dabei zuschauen, wie er eine Mauer baut, einen Baum mit einer Motorsäge fällt oder ein Auto komplett schwarz lackiert. Zuletzt kam sogar die Hamburger HipHop-Crew Fettes Brot bei ihm vorbei, um ein Video zu drehen. Und sogar mit dem Fotografen Paul Ripke hat Fynn ein gemeinsames Projekt angestoßen. Für mich also Grund genug, um mit Fynn über den Erfolg seiner Videos und seine zahlreichen Projekte zu sprechen. Ein neuer Beitrag meiner fortlaufenden Interview-Reihe.

Zeitgeist247: Was ist das für ein Gefühl, wenn man so ein bisschen „berühmt“ ist?

Fynn Kliemann: Keine Ahnung. Die Videos könnten 99% der Weltbevölkerung gesehen haben, die Zevener gehörten nicht dazu. Bedeutet, hier weiß keiner Bescheid, also alles entspannt.

„Ich muss das viele Material hart schneiden“

ZG247: Du betreibst ja nebenbei noch eine eigenen Agentur, mit der du (nehme ich mal an) auch deinen kompletten Lebensunterhalt verdienst. Wie viel Zeit bleibt dir am Ende für die Video-Tutorial?

Fynn: Nebenbei ist schön gesagt. Das mache ich schon mindestens sechs Tage die Woche, zehn bis zwölf Stunden am Tag. Dann noch ein bisschen Musik machen, Skaten, Hühner bemuttern und dann kommen die Videos. Wobei die Reihenfolge momentan wirklich eher andersherum ist. Ich merke schon, dass die ein bisschen aufwendiger werden als am Anfang. Das schneiden dauert jetzt nicht mehr drei Stunden, sondern eher drei Nächte. Das viele Material muss hart runtergekürzt werden. Das Drehen dauert je nachdem was ich bastel‘, circa einen Tag. Den muss man sich irgendwo aus den Rippchen schneiden. Zum Glück macht Franzi (seine Freundin; Anm. d. Red.) da Druck. Die will die Bude hier endlich fertig haben. Daraus entstehen die meisten Projekte.

ZG247: Du zeigst ja zwischendurch auch immer mal wieder, dass du auch musikalisch was drauf hast. Zuletzt im Video zum Autolackieren mit dem „Black Cars Soundtrack“ . Wird es in dieser Richtung noch mehr von dir zu hören geben?

Fynn: Ja, ist schon geplant. Ich mach eigentlich mehr Musik als Heimwerkeranleitungen. Davon landet nur weniger im Netz. Auf meinem Soundcloud-Profil und auf ‘nem anderen YouTube-Kanal namens fimbim kann man sich aber schon ein paar Eskapaden anhören und ansehen.

„Auto lackieren Anleitung – Heimwerkerking Fynn Kliemann“

ZG247: Hättest du jemals gedacht, dass du mit deinen Videos erst die Blogger, dann die regionale und überregionale Presse und sogar Fettes Brot für ich begeistern könntest?

Fynn: Klar. Jeder bastelt gerne. Wenn das dann noch von ‘nem Spacken ohne Fähigkeiten erklärt wird, kann’s nicht in die Hose gehen.

ZG247: Hast du die Brote nicht einfach gefragt, ob sie Bock auf ein Feature haben?

Fynn: Nope. Die sollten sich hier doch wie zu Hause fühlen. Da wird dir ja auch kein Scheiß angedreht. Die Jungs wussten aber auch schon, dass ich Mucke mache. Haben wir uns ein bisschen drüber unterhalten. Alles easy. Ich habe da gerade noch so ein paar andere musikalische Baustellen, die ich vor der dreisten Kaltakquise angehen muss. Hehe.

ZG247: Du bist aber auch ein Hans Dampf in allen Gassen. Wie ich gelesen habe, hast du auch mit Paul Ripke ein gemeinsames Projekt am Start. Kannst du dazu ein bisschen was sagen?

Fynn: Paul Ripke kam nach der Online-Hetzerei auf mich zu, und dann haben wir uns zusammen etwas ausgedacht. Das Problem war immer, dass es kein einheitliches Zeichen gab, welches man als pro Asyl verwenden konnte. Wir wollten etwas Positives aus der Sicht der Menschen, die andere Menschen in ihrem Land willkommen heißen, erschaffen. Dann hat mein Buddy Arif eine Wahnsinns-Typo hingelegt und wir haben eine Website dazu gebaut. Unter www.refugeeswel.com kann man sich das Logo herunterladen und frei nutzen, Spendenprojekte finden, sein Profilbild ändern und seinen Standpunkt auf einer Weltkarte vertreten kann. Dazu macht man einfach mit, erlaubt den Zugriff auf seinen Standpunkt und es wird ein Marker auf der Karte platziert. So erhoffen wir uns den Rückhalt der Bevölkerung visualisieren zu können und in Ländern, die der Aufnahme kritischer gegenüberstehen, trotzdem Menschen zu finden, die sehr wohl Flüchtlinge Willkommen heißen würden.

„Ich will einfach nur Spaß bei meinen Videos haben“

ZG247: Du hast ja schon mehrfach betont, dass du mit den Videos kein Geld verdienen willst. Andere YouTuber sind noch nicht mal volljährig, verdienen aber mit ihren Clips unfassbar viel Geld – auch in Deutschland. Wie bewertest du das?

Fynn: Gar nicht. Schön, wenn das für ihr Format so passt. Man muss ja auch sehen, dass einige Channel ohne die Produkte, die sie vorstellen, gar keinen Inhalt hätten. Außerdem sind einige Ideen und Produktionen anderer YouTuber ja auch recht aufwendig. Da ist das schon okay, wenn die ein bisschen Geld machen. Ich find’s mit meinem „Konzept“ nur einfach nicht authentisch und ich will Spaß dabei haben. Das ist mit finanziellem Fokus schwerer.

„Mauer bauen Anleitung – Heimwerkerking Fynn Kliemann“

ZG247: Kannst du dir eigentlich vorstellen in einer Großstadt wie Berlin oder Hamburg zu leben? Was schätzt du so am Landleben?

Fynn: Ja, kann ich mir total vorstellen. Aber auf jeden Fall lieber HH als Berlin und auf keinen Fall nur. Mein Traum für die Zukunft: Ne kleine Butze in Hamburg und unter der Woche da arbeiten – wir denken sowieso schon länger darüber nach, da ein Büro aufzumachen-, um dann am Freitag auf meinem Hofcooler-Landsitz zurückzukehren. Hier haste Platz, keine Nachbarn, Cross-Motorräder, eine Miniramp im Garten, ein paar Tiere und kannst nachts Livemusik im Garten machen.

ZG247: Zum Abschluss noch meine fünf schnellen Entweder-oder-Fragen: Fleisch oder Tofu?

Fynn: Fleisch, aber ich probiere auch gerne Tofu.

ZG247: Lipton Icetea oder Club Mate?

Fynn: Club Mate; aber wenns mindestens zehn Eiswürfel dazu gibt: Icetea.

ZG247: Volcom oder Wemoto?

Fynn: Volcom.

ZG247: Casio oder Nixon?

Fynn: Nixon.

ZG247: Whatsapp oder Threema?

Fynn: Am liebsten keinen Messengerdienst, aber wenn, dann Whatsapp.

ZG247: Dem ist von meiner Seite nichts mehr hinzufügen. Fynn, ich bedanke mich für deine Zeit.

Das Interview mit Fynn Kliemann habe ich per E-Mail geführt und kein Geld dafür genommen oder erhalten. Just for fun eben!

Olli Schulz über Haftbefehl, Kollegah, Casper, Sido & K.I.Z.

Olli Schulz im Interview Haftbefehl Kollegah Sido Casper

Olli Schulz spricht im Interview mit 16Bars.TV über Haftbefehl, Kollegah, Casper, Sido und K.I.Z. Dazu erzählt er von seinen Erlebnissen bei der Deutschlandpremiere des NWA-Films „Straight Outta Compton“, wo er unter anderem mit Xatar und Haftbefehl gemeinsam auf der Bühne stand. Auch Jan Böhmermann hat im Video einen kurzen Gastauftritt, da die beiden zuvor die Live-Folge „Occupy Park am Gleisdreieck“ im Rahmen ihrer Radiosendung „Sanft & Sorgfältig“ aufgenommen hatten. In jedem Fall ein sehenswerter Clip, da Schulz über seine persönlichen Erfahrungen mit alten und neuen HipHop-Acts spricht und ein klares Statement zum Casper-Hype abgibt. Herrlich!

„Olli Schulz über Haftbefehl, Kollegah, Casper, Sido & K.I.Z.

(via 16Bars)

Death Team: Interview & Gewinnspiel

Death Team Gewinnspiel Interview Electropop Beanie

Nein, bei „Fucking Bitches In The Hood“ handelt es sich um einen Film-Titel aus dem Programm der Erwachsenenunterhaltung, sondern um den neuen Song der schwedischen Electropopper namens Death Team. Noch nie gehört? Macht überhaupt nichts. Denn das Duo hat sich auch schon mal mit Punk versucht. Ein Song heißt „I’m So Drunk I Wanna Fight“ und ist von einer wohl realen Begebenheit inspiriert worden. So will es die Geschichte. Doch nun wollen die beiden Schweden mit ihren Songs die Welt erobern. Ein Album und eine Tour sind auch bereits in Planung.

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Interview: Luis Baltes über regionalen Rap

Luis Baltes Interview Rap Riesling Sauer

„Ja, ich habe meine Popband grad gekickt. Ein Grund war, das Popbiz hat uns hart gefickt“, rappt Luis Baltes (Künstlername £¥I$) eindeutig nicht jugendfrei auf seinem Song „Alle pumpen Lu“. Warum ist der Mann so wütend, mag man sich vielleicht fragen. Doch Baltes weiß wovon er spricht. Er war rund acht Jahre lang der Frontmann der Popband Luis Laserpower, die er einst als Absolvent der Popakademie Baden-Württemberg selbst ins Leben gerufen hatte. Im Sommer 2014 war dann Schluss. Die Band löste sich auf. Seitdem ist Baltes als Solo-Artist unterwegs und hat mit „Riesling Sauer“ im letzten Herbst seine erste EP veröffentlicht. Doch wie lebt es sich eigentlich, wenn man bisher daran gewöhnt war, stets mit mehreren Leuten gemeinsam Musik zu machen, zu Proben und Konzerte in ganz Deutschland zu spielen?

Im Interview spricht Luis Baltes über schwere Entscheidungen, mentale Freiheit und Pfalzrap.

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