Wolfgang Müller – Die sicherste Art zu reisen // Review

Mit „Americana“ und „Brachland“ hat Wolfgang Müller bereits zwei Songs aus seinem neuen Album  veröffentlicht. „Die sicherste Art zu reisen“ (VÖ: 6. April 2018) ist das mittlerweile sechste Studioalbum des Hamburger Singer-Songwriters. In Eigenregie, mit eigenem Label und mit Hilfe von Crowdfunding wurden die elf neuen Songs produziert. „Wolfgang Müller – Die sicherste Art zu reisen // Review“ weiterlesen

Moderat – III (Albumkritik)

Moderat III Cover Tour Trailer

Moderat, die als Elektro-Supergroup bezeichnete Berliner Band bestehend aus Modeselektor (Gernot Bonsert und Sebastian Szary) und Apparat (Sascha Ring) haben am 1. April ihr drittes Studioalbum “III” veröffentlicht. Die drei Berliner Musiker bezeichnen Moderat gerne als ihre Band fürs Älterwerden – was insbesondere bei den beiden Jungs von Modeselektor leicht zu unterschreiben ist. Jedoch gestaltet sich das Älterwerden auf dem neuem Album etwas poppiger und der Gesangsanteil von Sascha Ring wurde weiter erhöht.

Moderat: „III“ ist nichts mehr für den Club

Den außergewöhnlichen Vorgänger “II” noch im Ohr, enttäuschten mich zunächst die ersten beiden Songs “Eating Hooks” und “Running” etwas. Sascha Rings Stimme vermittelt noch etwas mehr Weltschmerz als ich in Erinnerung hatte – und die Songs kommen schon arg poppig daher. Innerlich stellt man sich gerade die Frage: “Ist das noch Electronica oder schon Pop?” Doch mit dem Track “Finder” geht es dann spürbar bergauf. Mit vielen feinsten elektronischen Spielereien bekommt das Trio immer wieder die Kurve und driftet nicht zu weit in das Genre der Popmusik ab.

Auf der Platte ist kein bahnbrechender Hit, wie etwa “Bad Kingdom” auf dem Vorgänger. Am ehesten kommt dem noch der als erste Single veröffentlichte Song “Reminder” nahe. Ein schön verspielter Song im typischen Moderat-Stil. Insgesamt ist es schön, dass die Jungs weiterhin ihr Ding einfach durchziehen und dabei vieles ausprobieren. “Running” kommt im 3/4-Takt daher, bei “Gostmother” geben Bonsert und Szary ihr Gesangdebüt, und bei “Animal Trails” hat man plötzlich das Gefühl von einer Gruppe von Trommlern umgeben zu sein. Insgesamt ist “III” ein gelungenes Album, das auch beim mehrmaligen Genuss immer noch interessante Details für den Hörer bereithält. Insgesamt kommt das neue Moderat-Album aber ruhiger und nachdenklicher als sein Vorgänger daher – mehr etwas für das Wohnzimmer oder den Kopfhörer und nichts mehr für den Club.

III: Tracklist

1. Eating Hooks
2. Running
3. Finder
4. Ghostmother
5. Reminder
6. The Fool
7. Intruder
8. Animal Trails
9. Ethereal

Das neue Moderat Album III (externer Partner-Link) ist am 1. April 2016 bei Monkeytown Records erschienen.

Ursa Minor – Björn Kleinhenz (Kritik)

Björn Kleinhenz Ursa Minor Kritik Cover

Björn Kleinhenz, mein absoluter Favorit unter den schwedischen Singer-Songwritern, hat am 20. November sein neues Album „Ursa Minor“ veröffentlicht. Der Titel bedeutet übersetzt so viel wie „kleiner Bär“ heißt und ein Sternzeichen des Nordhimmels. Der Musiker hat bereits unzählige EPs und Alben in Eigenregie aufgenommen und produziert. Als Vorbote auf das neue Album hatte er den Song „Jump“ als Gratis-Track samt Video veröffentlicht. Die zehn neuen Songs sind im vergangenen Sommer im südschwedischen Mala entstanden. Dort hatte sich Kleinhenz mit seiner Band für eine Woche in einer alten Scheune eingeschlossen und das komplette Album aufgenommen. Die Streicher-Arrangements sind in diesem Frühjahr in Berlin geschrieben und mit einem Quartett aufgenommen worden.

„Ursa Minor“ von Björn Kleinhenz

Für Kleinhenz ist „Ursa Minor“ ein ganz persönliches Album geworden. Und zugleich eine echte Teamleistung. Denn alles Musiker, mit denen der Singer-Songwriter zusammengearbeitet hat, sind enge Freunde. Und diese verschworene Truppe hat es letztlich auch geschafft, die melancholische Stimmung der Songs auf die Platte zu bannen.

Was mir persönlich gut gefällt ist, dass Björn sich endlich mal wieder entschlossen hat, ein Album mit einer Band im Hintergrund aufzunehmen. Dadurch klingen seine Songs, die meiste jeder für sich ein kleines, fragiles Meisterwerk sind, noch ein ganzes Stück besser. Dass es der Schwede noch immer nicht zu größrer Bekanntheit geschafft hat, kann ich mir nur so erklären, dass er es weiterhin vorzieht, nur die Musik zu machen, die er am meisten liebt. Ohne Rücksicht auf Timelines, Abgabegristen und nervige Labelchefs, die einem im Nacken sitzen.

Wie man disen Zeilen bishr schon entnehmen konnte, bin ich also mal wieder begeistert von den neuen Songs. Ein Album, das ich jedem empfehlen kann, der er sich im Herbst mal gerne mit einem Glühwein oder einer heißen Schokolade auf dem Sofa gemütlich macht, um dabei ganz bewusst Musik zu hören. Und natürlich auch in fast allen anderen Lebenslagen kann man sich dieses und viele anderen Alben von Björn Kleinhenz anhören. Gerade dann, wenn man noch überhaupt gar nichts von ihm kennt. Meine persönlichen Anspieltipps auf „Ursa Minor“ sind die Tracks „Lonely Hunter“ , „Braveheart“ und die Single „Jump“.

Ursa Minor: Tracklist
1. The Tree Of Sadness
2. Raymond
3. Lonely Hunter
4. The King Of The Clowns
5. Tageröd Struten
6. Braveheart
7. Demons
8. Ursa Minor
9. Jump
10. Before The Ride

Das neue Björn Kleinhenz Album „Ursa Minor“ erscheint am 20. November 2015 bei Jellyfant Records.

Cover-Artwork: Emma Ekstam

Unter meinem Bett – Kinderlieder-Sampler (Kritik)

Unter meinem Bett Kinderlieder Sampler Compilation

Für den Kinderlieder-SamplerUnter meinem Bett“ haben sich die vielleicht besten Singer-Songwriter der Republik zusammengefunden. Das Ziel des musikalischen Projekts: Neue Kinderlieder, die auch den Erwachsenen Spaß machen sollen. Denn viele der Künstler sind auch für die ältere Hörerschaft ein Begriff. Und viele der Eltern dürften schon einmal auf einem Konzert von Olli Schulz, PeterLicht, Pohlmann, Bernd Bergemann oder Die höchste Eisenbahn gewesen sein. Zumindest dann, wenn man auf diese Art der deutschen Pop-Musik steht, die etwas leiser daherkommt und gar nicht erst den Anspruch erhebt, dass man sie in den ganz großen Hallen spielt. Etwas nischig also.

Unter meinem Bett: Neuer Kinderlieder-Sampler

Nun kommen also diese Künstlern in den Genuss, zukünftig auch in den Kinderzimmern der Republik gehört zu werden. Oder eben im Auto, wenn sich die ganze Familie samt ihrer sieben Sachen zum Herbstspaziergang aufmacht oder in den Winterurlaub aufbricht. Ich persönlich habe mich schon entschieden und den Sampler in der Vinyl-Edition gekauft.  Und da dem Sampler in der Vinyl-Ausgabe auch noch auf CD beiliegt, kann man die Lieder also auch ganz entspannt im Auto oder dem tragbaren Ghettoblaster genießen.

Insgesamt ist das Projekt eine wirklich runde Sache, da vor allem Eltern in den Genuss kommen, und gemeinsam mit ihren Liebsten die Songs der deutschen Singer-Songwriter-Elite anhören können. Und gerade bei Kinderliedern tut ein wenig Abwechslung über die Jahre auch mal gut. Dass werden sich sicherlich auch viele Eltern denken und daher zugreifen. Denn schließlich will man ja nicht nur die Songs hören, die man schon selber als Kind im eigenen Kinderzimmer mit dem Kassettenrekorder gehört hat. Als Anspiel-Tipps empfehle ich „Der Tee von Eugenia“, „Maulwurf“ und „Theme from Kommissar Ärmchen“, den Olli Schulz zuletzt auch immer wider in seiner Radioshow „Sanft und Sorgfältig“ mit Jan Böhmermann promotet hatte.

Unter meinem Bett: Tracklist

1. Francesco Wilking & Moritz Krämer – Der Tee von Eugenia
2. Gisbert zu Knyphausen: Immer muss ich alles sollen
3. Bernd Begemann: Den ganzen Sommer lang
4. Desiree Klaeukens – Große Pause
5. Pohlmann – Maulwurf
6. PeterLicht – Gegenteiltag
7. Olli Schulz – Theme from Kommissar Ärmchen
8. Jan Plewka – Der grimmige alte Mann
9. Käptn Peng – Der Habicht und der Hahn
10. Clickclickdecker & Die Barneramas – Ich häng irgendwo dazwischen
11. Moritz Krämer & Francesco Wilking: Weil ich groß bin
12. Wolfgang Müller – Lied von den Wölfen
13. Nils Kippruch – Unter meinem Bett

Der Sampler „Unter meinem Bett“ ist am 16. Oktober 2015 bei Tonpool Medien/Oetinger Audio Hörspiel erschienen.

Soundbar – Akita Mani Yo (Kritik)

Soundbar veröffentlichen "Akita Mani Yo"

Es ist wirklich nicht einfach den Sound der Band Soundbar zu beschreiben. So unterschiedlich klingen die Songs auf ihrem Debütalbum „Akita Mani Yo„. Beim Titel fällt nach einiger Recherche und beim Blick auf das Cover auf, dass die Indianer zum zentralen Thema der Platte zählen. Kein Wunder, tragen die Songs doch Namen wie „Wild Wild West“, „Mississippi“ oder eben „Indianer“. Akita Mani Yo heißt in der Sprache der Navajo-Indianer übersetzt wiederum so viel wie: Ich wünsche dir alles Gute. Und das kann man der sechsköpfigen Indie-HipHop-Kombo wohl auch wünschen, wenn in der kommenden Woche der erste Longplayer in die Läden kommt. Soundbar, das sind zwei Rapper, eine Sängerin – begleitet von weiteren Musikern an Gitarre, Bass, Keyboard, Schlagzeug und Posaune. Mich persönlich hat der Sound gerade beim ersten Durchhören ein wenig an Seed, Culcha Candela oder auch Luis Laserpower (haben sich mittlerweile leider aufgelöst) erinnert.

Soundbar veröffentlichen ihr Debütalbum

Die Songs machen allesamt gute Laune, ohne dabei textlich zu überfordern. Und das ist eindeutig positiv gemeint. Darüber hinaus gibt es keine belehrenden Elemente oder verkopfte politische Botschaften, die dem Hörer den Zugang zur Musik erschweren könnten. Eine Tauglichkeit für das klassische Formatradio kann ich daher nicht verneinen. Das übergreifende Thema „Indianer“ fasziniert auch dahingehend, dass es inhaltlich als verbindendes Element der eizelnen Songs auf der Platte dient. Der erste und letzte Track des Albums – in denen ein Erzähler zu Wort kommt – dienen als textliche Klammer, die den Hörer in die Welt der Kombo eintauchen lässt. Soundbar wollen eben nicht als eine billige Kopie einer erfolgreichen Band daherkommen, sondern ein eigenständiges Konzept abliefern. Und das besteht für mich aus einer guten Mischung aus poppigen Songs, aber auch viel Reggae und eben Hip Hop. Die Eigenständigkeit der Band bleibt zu jedem Moment auf dieser Platte gewahrt.

Auf „Candelistan“-Tour mit Culcha Candela

Richtig spannend dürfte es sein, die Band einmal in voller Aktion und mit richtiger Bühnenshow erleben zu dürfen. Und dazu wird es zeitnah auch zahlreiche Möglichkeiten geben. Denn direkt nach der Veröffentlichung von „Akita Mani Yo“ geht es ab dem 20. Oktober als Support-Act auf die „Candelistan„-Tour von Culcha Candela. Dabei werden zahlreiche Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz bespielt. Wer die Band live erleben möchte, sollte sich also rechtzeitig um ein Ticket kümmern.

20.10. Werk 2, Leipzig
21.10. Capitol, Hannover
22.10. FZW, Dortmund
23.10. Modernes, Bremen
25.10. Docks, Hamburg
27.10. Batschkapp, Frankfurt
28.10. Maimarkt Club, Mannheim
29.10. Longhorn, Stuttgart
30.10. Bierhuebeli, Bern (CH)
1.11. Dynamo, Zürich (CH)
2.11. Stadthalle, Singen
3.11. Tonhalle, München
4.11. Ottakringer Brauerei, Wien (AT)
6.11. E-Werk, Erlangen
7.11. Hegelsaal, Bamberg
8.11. Freiheitshalle, Hof
9.11. Live Music Hall, Köln
10.11. Ringlokschuppen, Bielefeld
11.11. Columbiahalle, Berlin

Soundbar Akita Mani Yo Cover album Artwork
Akita Mani Yo: Das Debütalbum von Soundbar Bild: Intono Records

 

Das neue Album „Akita Mani Yo“ erscheint am 16. Oktober 2015 bei Intono Records.

Akita Mani Yo: Tracklist

1. Akita Mani Yo
2. Mississippi
3. Über Flüsse
4. Lass Dich Fallen
5. Antiheld
6. Indianer
7. Wild Wild West
8. Alles Gut, Alles Okay
9. Typen Wie Wir
10. Für Dich
11. Nie Erwachsen
12. Generation X
13. Akita Mani Yo [Part 2]

Foto-Credit (oben): facebook.com/SoundbarRecords

Modulok – Modulok (Review & Tracklist)

Modulok Album Cover Free Download Review Tracklist

Mit dem Jahreswechsel hatten es die Jungs der Indie-Rock-Band Modulok bereits via Facebook verlauten lassen: Das neue Album ist endlich fertig. Fast acht Jahren sind seit dem Debüt „Terrified of Heights“ aus dem Jahr 2006 vergangen. Als ersten Appetit-Happen gab es den Song „Lock The Key“ zu hören, der nun auch auf „Modulok„, dem selbstbetitelten zweiten Album der Band wieder findet. Zehn Tracks sind es insgesamt geworden und gegenüber dem Vorgänger hat sich musikalisch – zum Glück – nicht viel geändert. Etwas rauer sind die Tracks vielleicht geworden, aber die eingängige Stimme von Sänger Robin Erdmann sticht noch immer markant hervor. Doch mit dem Release, der als Free Download via SoundCloud stattgefunden hat, kündigte die Band auch zugleich an, dass man sich mit dem Erscheinen von „Modulok“ auflösen wird. Die Begründung ist dafür simpel wie einfach: Mittlerweile haben die vier Mitglieder andere Projekte und Pläne, von daher hat man sich zu dem Schritt entschieden. Nachvollziehbar.

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