Dexter – Haare nice, Socken fly // Review

Dexter Haare nice, Socken fly Review Kritik

Beat-Producer Dexter ist zurück am Mikrofon. Der Heilbronner Musiker hatte zuletzt ein beachtenswertes Instrumental-Album vorgelegt. Nun will er sich selber beweisen, dass er auch als Rampensau eine gute Figur macht. Fans konnten sich davon schon auf der abgelaufenen Fatoni-Tour überzeugen, wo Dexter in einigen Städten im Vorprogramm zu sehen und zu hören war.  „Dexter – Haare nice, Socken fly // Review“ weiterlesen

Dispatch – America, Location 12 // Albumkritik x Gewinnspiel

Dispatch America, Location 12 Cover

Es ist die Band, die mich seit meinem Studium durchgehend begleitet hat: Dispatch. Nun erscheint mit „America, Location 12“ das neue Studioalbum der US-amerikanischen Indie-Band aus Boston. Nach fünf Jahren Funkstille haben sich Chad Urmston, Pete Francis Heimbold und Brad Corrigan also wieder zusammengefunden, um damit weiterzumachen, was für sie 1996 als großes Abenteuer begann. Dabei war die Band 2002 schon fast am Ende. Damals trennten sich die Wege und die drei Musiker versuchten mit unterschiedlichen Solo-Projekten ihr Glück. 2007 fand man sich für drei Zimbabwe-Benefiz-Konzerte im Madison Square Garden ein – jedes Mal ausverkauft. 2011 folgte eine EP und 2012 schließlich wieder ein Studioalbum. „Dispatch – America, Location 12 // Albumkritik x Gewinnspiel“ weiterlesen

Juicy Gay – Hallo, wie geht’s? (Review)

Juicy Gay HWG Review Kritik

Wer wissen möchte, wer sich hinter dem Rapper Juicy Gay (angelehnt an den US-Rapper Juicy J) verbirgt, sollte sich in jedem Fall die Kurz-Dokumentation „Borken Calling“ angucken. Das Team vom splash! Mag hat den Borkener Rapper ein wochenende durch seine Heimatstadt – inklusive Dorffest, Privat-Party, Flohmarkt und Fischteich begleitet. Nachdem Arthur Rudt, wie Juicy mit bürgerlichem Namen heißt, zunächst begann seine Tracks und Mixtapes selber zu produzieren und bei Soundcloud und YouTube kostenlos ins Netz zu stellen,  hat er sich immer weiter professionalisieren können. Auch seine Bekanntheit konnte er immer weiter steigern. Auch weil viele zunächst dachten, er wäre der erste offen schwule Rapper Deutschlands. Ein Missverständnis, das er später selbst widerlegte. Er hat bereits mit anderen Deutschrap-Artists wie Money Boy a.k.a. YSL Know Plug („Juicy Gay“) , Haiyti („Das hat nichts zu bedeuten“) oder LGoony („Sace Sace Remix„) zusammengearbeitet.  „Juicy Gay – Hallo, wie geht’s? (Review)“ weiterlesen

LGoony – Intergalactica (Albumkritik)

LGoony Intergalactica Cover Airforce Luna

Nach einer kreativen Schaffenspause meldet sich der Kölner Rapper LGoony eindrucksvollen mit einem neuen Album zurück. Die neue Platte trägt den vielversprechenden Titel „Intergalactica“ und markiert zugleich einen neuen Abschnitt in LGoonys Diskographie.

Seine bisherigen Mixtapes „Space Tape Vol. 1: Goonyverse“, „Grape Tape“ und auch das Kollabo-Album „Aurora“ , das er gemeinsam mit Crack Ignaz („Marmeladé“ ) aufgenommen hat, waren je als kostenloser Download erhältlich.

Die 13 neuen Songs wird es erstmals nicht mehr nur als Free Download (via Airforce Luna), sondern auch als physischen Tonträger in Form einer CD und als digitalen Download geben. Darüber hinaus wird „Intergalactica“ auch auf diversen Streaming-Portalen verfügbar sein.

LGoony veröffentlicht „Intergalactica“

Mit „Heilig“ und „Utopia“ sind bereits zwei Songs vor dem offiziellen Release-Termin des Albums, das ursprünglich als Mixtape angelegt war, erschienen. Die Vorab-Singles weisen bereits auf das hin, was man in Albumlänge erfahren wird. Die Fertigkeiten von LGoony haben sich deutlich weiterentwickelt. Die Texte sind deutlich ernster geworden, gleichzeitig kommt Sound stellenweise recht düster daher. Doch das tut der Qualität der Songs keinen Abbruch.

Nach zwei Jahren des Hypes, zeigt der Kölner Rapper nun, das er es tatsächlich ernst meint. Und dem etablierten Rap-Business den lyrischen Mittelfinger weiter deutlich unter die Nase hält.

Neben „Heilig“ , dem vielleicht besten Track auf „Intergalactica“ , markiert „Kanye West“, wo Haiyti aka Robbery den Feature-Part übernimmt, ein weiteres Highlight. Die beste Balance zwischen Beats und Rap-Parts liefert aus meiner Sicht der Track „Babylon“ , der erst nach mehrmaligem Hören seine volle Wucht entfaltet.

Seine nachdenkliche Seite lässt Goony auf Tracks wie „Souvenirs“ und „Blutmond“ durchblicken – ruhige Gesangsparts mit einem jeweils sehr reduzierten Beat von No Tricks und Minhtendo.

Für Gary Cooper hat sich LGoony die Unterstützung von Hellraiser aka Yaesyaoh gesichert. Die düsteren Beats liefert Dj Heroin, was perfekt zum Ganster-Thema des Songs passt. Zum Abschluss schießt LGoony dann „Hochhaus“ in den Äther, einen lässigen Hänger-Track, den man mit und ohne bewusstseinserweiternden Substanzen genießen kann. Vollkommen egal. High wird man von dieser erfrischenden Musik ohnehin.

Das neue LGoony Album „Intergalactica“ erscheint am 23. Dezember 2016 bei Airforce Luna/Believe Digital.

Video

Video

Intergalactica – Tracklist

1. Intergalactica [prod. Nnty]

2. Heilig [prod. Nikki 3k & Karol Tip]

3. Bugatti [prod. Prosp3ct]

4. Babylon [prod. Dj Heroin & hnrk]

5. Verlieren [prod. Dj Heroin]

6. Utopia [prod. GEE Futuristic & Nikki 3k]

7. Für immer [prod. GEE Futuristic & Nikki 3k]

8. Backstage [prod. Prosp3ct]

9. Souvenirs [prod. No Tricks]

10. Kanye West feat. Haiyti aka Robbery [prod. Dj Heroin & hnrk]

11. Blutmond [prod. Minhtendo]

12. Gary Cooper feat. Hellraiser aka Yaesyaoh [prod. Dj Heroin]

13. Hochhaus [prod. Atilla]

Cover-Artwork: Jana von Schnell

Moderat – III (Albumkritik)

Moderat III Cover Tour Trailer

Moderat, die als Elektro-Supergroup bezeichnete Berliner Band bestehend aus Modeselektor (Gernot Bonsert und Sebastian Szary) und Apparat (Sascha Ring) haben am 1. April ihr drittes Studioalbum “III” veröffentlicht. Die drei Berliner Musiker bezeichnen Moderat gerne als ihre Band fürs Älterwerden – was insbesondere bei den beiden Jungs von Modeselektor leicht zu unterschreiben ist. Jedoch gestaltet sich das Älterwerden auf dem neuem Album etwas poppiger und der Gesangsanteil von Sascha Ring wurde weiter erhöht.

Moderat: „III“ ist nichts mehr für den Club

Den außergewöhnlichen Vorgänger “II” noch im Ohr, enttäuschten mich zunächst die ersten beiden Songs “Eating Hooks” und “Running” etwas. Sascha Rings Stimme vermittelt noch etwas mehr Weltschmerz als ich in Erinnerung hatte – und die Songs kommen schon arg poppig daher. Innerlich stellt man sich gerade die Frage: “Ist das noch Electronica oder schon Pop?” Doch mit dem Track “Finder” geht es dann spürbar bergauf. Mit vielen feinsten elektronischen Spielereien bekommt das Trio immer wieder die Kurve und driftet nicht zu weit in das Genre der Popmusik ab.

„Moderat „Reminder“ – Official Video“

Auf der Platte ist kein bahnbrechender Hit, wie etwa “Bad Kingdom” auf dem Vorgänger. Am ehesten kommt dem noch der als erste Single veröffentlichte Song “Reminder” nahe. Ein schön verspielter Song im typischen Moderat-Stil. Insgesamt ist es schön, dass die Jungs weiterhin ihr Ding einfach durchziehen und dabei vieles ausprobieren. “Running” kommt im 3/4-Takt daher, bei “Gostmother” geben Bonsert und Szary ihr Gesangdebüt, und bei “Animal Trails” hat man plötzlich das Gefühl von einer Gruppe von Trommlern umgeben zu sein. Insgesamt ist “III” ein gelungenes Album, das auch beim mehrmaligen Genuss immer noch interessante Details für den Hörer bereithält. Insgesamt kommt das neue Moderat-Album aber ruhiger und nachdenklicher als sein Vorgänger daher – mehr etwas für das Wohnzimmer oder den Kopfhörer und nichts mehr für den Club.

III: Tracklist

1. Eating Hooks
2. Running
3. Finder
4. Ghostmother
5. Reminder
6. The Fool
7. Intruder
8. Animal Trails
9. Ethereal

Das neue Moderat Album III (externer Partner-Link) ist am 1. April 2016 bei Monkeytown Records erschienen.

Ursa Minor – Björn Kleinhenz (Kritik)

Björn Kleinhenz Ursa Minor Kritik Cover

Björn Kleinhenz, mein absoluter Favorit unter den schwedischen Singer-Songwritern, hat am 20. November sein neues Album „Ursa Minor“ veröffentlicht. Der Titel bedeutet übersetzt so viel wie „kleiner Bär“ heißt und ein Sternzeichen des Nordhimmels. Der Musiker hat bereits unzählige EPs und Alben in Eigenregie aufgenommen und produziert. Als Vorbote auf das neue Album hatte er den Song „Jump“ als Gratis-Track samt Video veröffentlicht. Die zehn neuen Songs sind im vergangenen Sommer im südschwedischen Mala entstanden. Dort hatte sich Kleinhenz mit seiner Band für eine Woche in einer alten Scheune eingeschlossen und das komplette Album aufgenommen. Die Streicher-Arrangements sind in diesem Frühjahr in Berlin geschrieben und mit einem Quartett aufgenommen worden.

„Ursa Minor“ von Björn Kleinhenz

Für Kleinhenz ist „Ursa Minor“ ein ganz persönliches Album geworden. Und zugleich eine echte Teamleistung. Denn alles Musiker, mit denen der Singer-Songwriter zusammengearbeitet hat, sind enge Freunde. Und diese verschworene Truppe hat es letztlich auch geschafft, die melancholische Stimmung der Songs auf die Platte zu bannen.

Was mir persönlich gut gefällt ist, dass Björn sich endlich mal wieder entschlossen hat, ein Album mit einer Band im Hintergrund aufzunehmen. Dadurch klingen seine Songs, die meiste jeder für sich ein kleines, fragiles Meisterwerk sind, noch ein ganzes Stück besser. Dass es der Schwede noch immer nicht zu größrer Bekanntheit geschafft hat, kann ich mir nur so erklären, dass er es weiterhin vorzieht, nur die Musik zu machen, die er am meisten liebt. Ohne Rücksicht auf Timelines, Abgabegristen und nervige Labelchefs, die einem im Nacken sitzen.

Wie man disen Zeilen bishr schon entnehmen konnte, bin ich also mal wieder begeistert von den neuen Songs. Ein Album, das ich jedem empfehlen kann, der er sich im Herbst mal gerne mit einem Glühwein oder einer heißen Schokolade auf dem Sofa gemütlich macht, um dabei ganz bewusst Musik zu hören. Und natürlich auch in fast allen anderen Lebenslagen kann man sich dieses und viele anderen Alben von Björn Kleinhenz anhören. Gerade dann, wenn man noch überhaupt gar nichts von ihm kennt. Meine persönlichen Anspieltipps auf „Ursa Minor“ sind die Tracks „Lonely Hunter“ , „Braveheart“ und die Single „Jump“.

„Björn Kleinhenz – Jump (Official Video)“

Ursa Minor: Tracklist
1. The Tree Of Sadness
2. Raymond
3. Lonely Hunter
4. The King Of The Clowns
5. Tageröd Struten
6. Braveheart
7. Demons
8. Ursa Minor
9. Jump
10. Before The Ride

Das neue Björn Kleinhenz Album „Ursa Minor“ erscheint am 20. November 2015 bei Jellyfant Records.

Cover-Artwork: Emma Ekstam