Curlyman – ICE 276 EP (Kritik)

Curlyman ICE 276 EP Cover Artwork

Tja, was soll ich sagen. Der gute Curlyman begleitet mich nun schon eine ganze Weile. Mit der „cvrly as fvck“-EP fing 2013 alles an, 2014 führte ich für meinen Blog eines der ersten Interviews mit ihm, und zu meiner großen Freude ist er 2015 immer noch am Start und kündigt eine neue EP an. Denn: Am kommenden Freitag erscheint mit der „ICE 276 EP“ das erste Release von Curlyman via Styleheads Music. Gemeinsam mit den Beat-Lieferanten Enaka, Brenk Sinatra und Max Yeah hat der gebürtige Karlsruher mit den Korkenzieherlocken ein paar recht gute Songs produziert. Sechs Stück sind es an der Zahl – fünf Songs plus eine Remix-Version.

Curlyman veröffentlicht „ICE 276 EP“

Zu meinen persönlichen Highlights der EP zählen die Tracks „Eistee“ und „Will Ich Nich“. Dabei pendelt der Rapper sprichwörtlich zwischen seiner neuen und der alten Heimat. Erzählt von seinem Leben als Pendler zwischen Karlsruhe und Berlin. Dabei geht es in seinem Texten um die Abhängigkeit eines Solo-Künstlers von äußeren Zwängen – im Alltag wie im Job. Und letztlich auch um den Reifeprozess vom Rapper zum ernstzunehmenden Künstler, dem „keiner was zu sagen hat“. Curlyman hat das Potential seine Message auch in Albumlänge an den Start zu bringen. Für mich der logische nächste Schritt.

„Curlyman – ICE 276 Snippet (Video)“

ICE 276 EP: Tracklist

1. Alles Cool
2. Dope
3. Eistee
4. Was wollt ihr machen
5. Will ich nich
6. Will ich nich (Enaka Remix)

Die neue Curlyman „ICE 276 EP“ erscheint am 13. November 2015 bei Styleheads Music.

Unter meinem Bett – Kinderlieder-Sampler (Kritik)

Unter meinem Bett Kinderlieder Sampler Compilation

Für den Kinderlieder-SamplerUnter meinem Bett“ haben sich die vielleicht besten Singer-Songwriter der Republik zusammengefunden. Das Ziel des musikalischen Projekts: Neue Kinderlieder, die auch den Erwachsenen Spaß machen sollen. Denn viele der Künstler sind auch für die ältere Hörerschaft ein Begriff. Und viele der Eltern dürften schon einmal auf einem Konzert von Olli Schulz, PeterLicht, Pohlmann, Bernd Bergemann oder Die höchste Eisenbahn gewesen sein. Zumindest dann, wenn man auf diese Art der deutschen Pop-Musik steht, die etwas leiser daherkommt und gar nicht erst den Anspruch erhebt, dass man sie in den ganz großen Hallen spielt. Etwas nischig also.

Unter meinem Bett: Neuer Kinderlieder-Sampler

Nun kommen also diese Künstlern in den Genuss, zukünftig auch in den Kinderzimmern der Republik gehört zu werden. Oder eben im Auto, wenn sich die ganze Familie samt ihrer sieben Sachen zum Herbstspaziergang aufmacht oder in den Winterurlaub aufbricht. Ich persönlich habe mich schon entschieden und den Sampler in der Vinyl-Edition gekauft.  Und da dem Sampler in der Vinyl-Ausgabe auch noch auf CD beiliegt, kann man die Lieder also auch ganz entspannt im Auto oder dem tragbaren Ghettoblaster genießen.

Insgesamt ist das Projekt eine wirklich runde Sache, da vor allem Eltern in den Genuss kommen, und gemeinsam mit ihren Liebsten die Songs der deutschen Singer-Songwriter-Elite anhören können. Und gerade bei Kinderliedern tut ein wenig Abwechslung über die Jahre auch mal gut. Dass werden sich sicherlich auch viele Eltern denken und daher zugreifen. Denn schließlich will man ja nicht nur die Songs hören, die man schon selber als Kind im eigenen Kinderzimmer mit dem Kassettenrekorder gehört hat. Als Anspiel-Tipps empfehle ich „Der Tee von Eugenia“, „Maulwurf“ und „Theme from Kommissar Ärmchen“, den Olli Schulz zuletzt auch immer wider in seiner Radioshow „Sanft und Sorgfältig“ mit Jan Böhmermann promotet hatte.

Auf SoundCloud kann man in alle dreizehn Tracks des „Unter meinem Bett„-Samplers reinhören.

Unter meinem Bett: Tracklist

1. Francesco Wilking & Moritz Krämer – Der Tee von Eugenia
2. Gisbert zu Knyphausen: Immer muss ich alles sollen
3. Bernd Begemann: Den ganzen Sommer lang
4. Desiree Klaeukens – Große Pause
5. Pohlmann – Maulwurf
6. PeterLicht – Gegenteiltag
7. Olli Schulz – Theme from Kommissar Ärmchen
8. Jan Plewka – Der grimmige alte Mann
9. Käptn Peng – Der Habicht und der Hahn
10. Clickclickdecker & Die Barneramas – Ich häng irgendwo dazwischen
11. Moritz Krämer & Francesco Wilking: Weil ich groß bin
12. Wolfgang Müller – Lied von den Wölfen
13. Nils Kippruch – Unter meinem Bett

Der Sampler „Unter meinem Bett“ ist am 16. Oktober 2015 bei Tonpool Medien/Oetinger Audio Hörspiel erschienen.

Mono & Nikitaman – Im Rauch der Bengalen (Kritik)

Mono & Nikitaman Im Rauch der Bengalen Album Cover

„Die Welt von oben sieht gut aus“, besingen Mono & Nikitaman im Song „Parkdeck“ vom neuen Album „Im Rauch der Bengalen“ . Und ein wenig drückt dies schon aus, was die beiden Musiker mit dem Release am 30. Oktober empfinden müssen. Denn: Es ist der erste Tonträger, der auf dem eigenen Label M&N Records veröffentlicht wird. Insgesamt 14 Tracks haben es auf das fünfte Studioalbum geschafft. Mit „Bääm“ wird der Neustart mit eigenem Label zelebriert und gleichzeitig ein großer Dank an alle Fans und Unterstützer rausgegeben. „Parkdeck“ ist eine perfekte Aussteiger-Hymne mit großem Mitsing-Potential. Und mit „Ein Haus Ist Kein Zuhause“ bekennen sich Mono & Nikitaman zu einer klaren politische Haltung, die da lautet: Flüchtlinge willkommen!

Im Rauch der Bengalen: M&N mit neuem Album

Insgesamt besitzt das Album insgesamt einen hohen Durchhör-Faktor. Auch viele der weiteren Songs spielen mit der Sehnsucht nach fernen Ländern, dem Abschalten, Digital Detox und dem Motto Freundschaft und Vertrauen. Alles folgt einem sehr poppigen Konzept, mit wenigen Ausreißern nach unten. Lediglich beim letzten Song, „Nicht zu verlieren“, könnte man fast denken könnte, es handele sich um Helene Fischer-Song, so schnulzig kommt der Text in Verbindung mit der Melodie daher. Darüber kann man aber hinweg sehen. Denn in Summe haben Mono & Nikitaman mit „Im Rauch der Bengalen“ ein tolles Album abgeleiert, was den fans gefallen dürfte und gleichermaßen neue Hörer anlocken dürfte.

„Mono & Nikitaman – Parkdeck (Video)“

„Mono & Nikitaman – Ein Haus Ist Kein Zuhause (Video)“

Im Rauch der Bengalen: Tracklist

1. Alles Zurück
2. Parkdeck
3. Keine Schuhe
4. Bääm
5. Rot
6. Mensch
7. Zuhause (Interlude)
8. Ein Haus ist kein Zuhause
9. Brennholz
10. Weit weg
11. Eine Sekunde
12. Verstärkung
13. Irgendwie und ich
14. Nicht zu Verlieren
Das neue Mono & Nikitaman Album „Im Rauch der Bengalen“ erscheint am 30. Oktober 2015 bei M&N Records.

Manfred Groove – Ton Scheine Sterben (Kritik)

Manfred Groove Ton Scheine Sterben

Neuigkeiten vom Rummelplatz: Mit seinem 1000 Bars langen Rap-Monolog „Von Nichts“ sorgte das HipHop-Duo Manfred Groove im vergangenen Frühling für Aufsehen. Ein Song, zehn Kapitel in rund 46 Minuten runtergerappt. Das macht Eindruck und sorgte dafür, dass die beiden Hoodie-Träger, Rapper Milf Anderson und Produzent YellowCookies, erstmals einem breiteren Publikum bekannt wurden. Zahlreiche Blogs, auch ich, berichteten damals über die außergewöhnliche Veröffentlichung. Nun haben die beiden also die nächste Stufe ausgemacht, die es zu erklimmen gilt, und werden ihr Debütalbum „Ton Scheine Sterben“ am 30. Oktober auf ihrem eigenen Label Rummelplatzmusik veröffentlichen.

Manfred Groove veröffentlichen „Ton Scheine Sterben“

Und auch auf dem neuen Longplayer dreht sich wieder alles um eingängige Beats, doppelbödige Texte und einen Stil, der nicht so recht in die hiesige HipHop-Landschaft passen will. Warum das so ist, kann das Duo am besten selber erzählen. Sie beschreiben die Musik auf „Ton Scheine Sterben“ als „erwachsen, oldschoolig, entspannt und sprachverliebt“. Auch der Titel lässt reichlich Raum für Interpretation: Am Anfang steht der Ton, am Ende das Sterben. Und irgendwo dazwischen, hofft man, eine Menge Scheine, also Geld gemacht zu haben, um über die Runden zu kommen. Wer sich Songs wie „Von Allem“, „Sambaschlappen“ oder „Das Wahre und Schöne“ anhört, wird schnell erkennen, dass es Manfred Groove eben nicht um den schnellen Erfolg, den unbedingt eingängigsten Beat geht. Das Erzählerische steht im Vordergrund, und doch wissen die beiden Musiker, wie man einen guten Track produziert, ohne den Zuhörer mit dem ewig gleichen Soundgeballer zu langweilen. „Sambaschlappen“ ist ein solcher Song, zu dem Manfred Groove auch ein äußerst lässiges „Homestory-Musikvideo“ veröffentlicht haben.

„Manfred Groove – Sambaschlappen (Video)“

Aber es gibt auch eindeutigere Songs, die eher nachdenklich daherkommen. So wie „Die Rückverzauberung Der Welt“ zum Beispiel.

„Manfred Groove – Die Rückverzauberung der Welt (Video)“

Und dann sind auf „Ton Scheine Sterben“ noch zwei Feature Tracks zu finden. Auf „Vom Jägersitz aus“ ist T der Bär als Gast geladen. „Bruder Soul“ hat gleich mehrere MCs versammelt. Unter anderem auch Textor, der bis 2008 Teil des Ulmer Hip-Hop-Duos Kinderzimmer Productions war. Für Manfred Groove war die „Verpflichtung“ anscheinend ein echter Glücksgriff, wie sich schnell herausstellen sollte. Zum einen, weil Textor auf die Anfrage hin schnell zusagte. Zum anderen, weil er laut Sandro di Lorenzo, Gründer des Labels Rummelplatzmusik und zugleich einer der beiden Köpfe hinter Manfred Groove, ein „absolutes Wunschfeature“ für den Track war. „So ein abstraktes Thema, wie den Tod Gottes oder die Bedeutung von Glaubenssystemen, kann meines Erachtens nicht jeder MC behandeln. Und bei Textor wusste ich, dass er das auf diese lakonische Art und Weise hinkriegt – also habe ich ihm den Track geschickt und ihn gefragt, ob er Bock hat – weil ihm auch das Thema nahe liegen dürfte“, so di Lorenzo weiter.

Wer sich den knapp acht Minuten lange Song anhört, taucht ziemlich schnell in die Welt von Manfred Groove ein. Breit ausstaffierte Welten werden dort durch Text erschaffen. Mit reichlich Grips und ohne unnötiges Bling-Bling oder Big Pimpin. Der Song erinnert an die Anfänge der deutschen Rapmusik, wo man oftmals auch vom Sprechgesang sprach. Das trifft es letztlich ganz passend. Und so schließt sich auch der Kreis – von den heutigen MCs und deren charttauglicher Pop-Musik – zur künstlerischen Freiheit von Manfred Groove. Sie klingen ein wenig Oldschool, ohne den Stil von damals zu Tode reiten zu wollen. „Ton Scheine Sterben“ ist daher keineswegs harte Kost im Sinne von prolligen Kerlen, die ihre achso schwere Kindheit im Sozialbau besingen wollen. Doch ein wenig Grips und Hirn benötigt man schon, um die textlich schwere Kost von Manfred Groove verdauen zu können. Und das geht tatsächlich auch in Sambaschlappen.

Manfred Groove Ton Scheine Sterben Cover Album Artwork
Ton Scheine Sterben von Manfred Groove Bild: Rummelplatzmusik

Ton Scheine Sterben: Tracklist

1. Intro
2. Von Allem
3. Goldstaub
4. Sambaschlappen
5. Das Glück und die Liebe
6. Das Wahre und Schöne
7. Aus meinem Leben
8. Die Gesetze der Mechanik
9. Vom Jägersitz aus feat. T der Bär
10. Die Rückverzauberung der Welt
11. Eines Tages sterben
12. Ich besitze ein Boot
13. Treibgut
14. Alles gut
15. Dreh den Bass auf Durchfall
16. Kreisförmig
17. Der Helm (Patchworks Remix)
18. Bruder Soul feat. Freidenker, Tim Sander, Textor, Maximum One, CID

Das neue Manfred Groove Album „Ton Scheine Sterben“ erscheint am 30. Oktober 2015 bei Rummelplatzmusik.

Soundbar – Akita Mani Yo (Kritik)

Soundbar veröffentlichen "Akita Mani Yo"

Es ist wirklich nicht einfach den Sound der Band Soundbar zu beschreiben. So unterschiedlich klingen die Songs auf ihrem Debütalbum „Akita Mani Yo„. Beim Titel fällt nach einiger Recherche und beim Blick auf das Cover auf, dass die Indianer zum zentralen Thema der Platte zählen. Kein Wunder, tragen die Songs doch Namen wie „Wild Wild West“, „Mississippi“ oder eben „Indianer“. Akita Mani Yo heißt in der Sprache der Navajo-Indianer übersetzt wiederum so viel wie: Ich wünsche dir alles Gute. Und das kann man der sechsköpfigen Indie-HipHop-Kombo wohl auch wünschen, wenn in der kommenden Woche der erste Longplayer in die Läden kommt. Soundbar, das sind zwei Rapper, eine Sängerin – begleitet von weiteren Musikern an Gitarre, Bass, Keyboard, Schlagzeug und Posaune. Mich persönlich hat der Sound gerade beim ersten Durchhören ein wenig an Seed, Culcha Candela oder auch Luis Laserpower (haben sich mittlerweile leider aufgelöst) erinnert.

„Soundbar – Indianer (Official Video)“

Soundbar veröffentlichen ihr Debütalbum

Die Songs machen allesamt gute Laune, ohne dabei textlich zu überfordern. Und das ist eindeutig positiv gemeint. Darüber hinaus gibt es keine belehrenden Elemente oder verkopfte politische Botschaften, die dem Hörer den Zugang zur Musik erschweren könnten. Eine Tauglichkeit für das klassische Formatradio kann ich daher nicht verneinen. Das übergreifende Thema „Indianer“ fasziniert auch dahingehend, dass es inhaltlich als verbindendes Element der eizelnen Songs auf der Platte dient. Der erste und letzte Track des Albums – in denen ein Erzähler zu Wort kommt – dienen als textliche Klammer, die den Hörer in die Welt der Kombo eintauchen lässt. Soundbar wollen eben nicht als eine billige Kopie einer erfolgreichen Band daherkommen, sondern ein eigenständiges Konzept abliefern. Und das besteht für mich aus einer guten Mischung aus poppigen Songs, aber auch viel Reggae und eben Hip Hop. Die Eigenständigkeit der Band bleibt zu jedem Moment auf dieser Platte gewahrt.

„Soundbar – Mississippi (Official Video)“

Auf „Candelistan“-Tour mit Culcha Candela

Richtig spannend dürfte es sein, die Band einmal in voller Aktion und mit richtiger Bühnenshow erleben zu dürfen. Und dazu wird es zeitnah auch zahlreiche Möglichkeiten geben. Denn direkt nach der Veröffentlichung von „Akita Mani Yo“ geht es ab dem 20. Oktober als Support-Act auf die „Candelistan„-Tour von Culcha Candela. Dabei werden zahlreiche Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz bespielt. Wer die Band live erleben möchte, sollte sich also rechtzeitig um ein Ticket kümmern.

20.10. Werk 2, Leipzig
21.10. Capitol, Hannover
22.10. FZW, Dortmund
23.10. Modernes, Bremen
25.10. Docks, Hamburg
27.10. Batschkapp, Frankfurt
28.10. Maimarkt Club, Mannheim
29.10. Longhorn, Stuttgart
30.10. Bierhuebeli, Bern (CH)
1.11. Dynamo, Zürich (CH)
2.11. Stadthalle, Singen
3.11. Tonhalle, München
4.11. Ottakringer Brauerei, Wien (AT)
6.11. E-Werk, Erlangen
7.11. Hegelsaal, Bamberg
8.11. Freiheitshalle, Hof
9.11. Live Music Hall, Köln
10.11. Ringlokschuppen, Bielefeld
11.11. Columbiahalle, Berlin

Soundbar Akita Mani Yo Cover album Artwork
Akita Mani Yo: Das Debütalbum von Soundbar Bild: Intono Records

 

Das neue Album „Akita Mani Yo“ erscheint am 16. Oktober 2015 bei Intono Records.

Akita Mani Yo: Tracklist

1. Akita Mani Yo
2. Mississippi
3. Über Flüsse
4. Lass Dich Fallen
5. Antiheld
6. Indianer
7. Wild Wild West
8. Alles Gut, Alles Okay
9. Typen Wie Wir
10. Für Dich
11. Nie Erwachsen
12. Generation X
13. Akita Mani Yo [Part 2]

Foto-Credit (oben): facebook.com/SoundbarRecords

Bussi – Wanda veröffentlichen neues Album (Kritik)

Wanda Bussi Cover Album Artwork

Was habe ich das letzte Wanda-Album „Amore“ geliebt und eine zeitlang ausschließlich nur diese Songs rauf und runter gehört. Daher kam es etwas überraschend für mich, dass die Österreicher nun schon ein neues Album veröffentlichen. Nur ein Jahr später. „Bussi“ heißt der neue Longplayer und wird an diesem Freitag erscheinen. Zwölf neue Songs sind es insgesamt geworden, zwei davon – „Meine beiden Schwestern“ und „Bussi Baby“ – wurden schon vorab als Singles und jeweils mit einem entsprechenden Musikvideo veröffentlicht.

Bussi: Neues Album von Wanda

Schon vor einem Jahr standen die fünf Wiener für einen anderen Stil wie etwa ihre österreichischen Kollegen von Bilderbuch. Rauere Texte, scheinbar aus dem wahren Leben erlebte oder zumindest passend umgedichtete Geschichten. Der große Bonus dürfte auch beim charismatischen Frontmann Michael Marco Fitzthum liegen, der durch seine Präsenz den Liedern den nötigen Schliff verleiht, damit man sich das Gesungene auch vorstellen kann. An dieses Erfolgskonzept, wenn man es überhaupt so benennen möchte, knüpft die Band auch auf „Bussi“ an und lässt den Hörer wieder mit wunderbar eingängigen Melodien und Texten, die ein wahres Kopfkino auslösen können, selig zurück. Als Fan ist es immer schwer entsprechend kritisch an neues Material eines Künstlers oder einer Band heranzugehen. Dennoch bin ich mir sicher, dass Wanda mit ihrem neuen Studioalbum die Kritiker nicht mehr überzeugen, sondern vielmehr bestätigen werden. Und dazu noch eine ganz Reihe weitere Fans dazukommen werden.

Am Ende bleibt zu hoffen, dass sich die Österreicher auch in Zukunft ihren rauen Charme bewahren und damit noch lange nicht so salonfähig werden, das Papa während er seinem Formatradio lauscht auf einmal anfängt mitzusummen. Allerdings finde ich die Idee persönlich dann doch schon wieder reizvoll, wenn man Wanda demnächst mal häufiger beim Zappen durchs Radio hören würde.

Das neue Wanda Album „Bussi“ erscheint am 2. Oktober 2015 bei Vertigo Berlin.

„Wanda – Bussi Baby (Video)“

„Wanda – Meine beiden Schwestern (Video)“

Bussi: Tracklist

1. 1, 2, 3, 4
2. Meine beiden Schwestern
3. Bussi Baby
4. Lieber dann als wann
5. Gib mir alles
6. Nimm sie wenn du’s brauchst
7. Alarm!
8. Mona Lisa der Lobau
9. Das wär schön
10. Sterne
11. Andi und die spanischen Frauen
12. Kein Herz im Hirn

Buddy Buxbaum – Unkaputtbar (Kritik)

Buddy Buxbaum Foto by Benne Ochs

„Glück kannst du dir nicht kaufen, also genieß die Achterbahn“, singt Buddy Buxbaum auf seinem Track „Termin im Park“ von seinem neuen Solo-Album „Unkaputtbar“ . Ein passender Titel für ein Album, dass der ehemalige Deichkind-Frontmann komplett in Eigenregie aufgenommen und selber produziert hat. Logischerweise erscheint der Longplayer des Selfmade-Musikers auf dem eigenen Label Holo Rec. Alleine das verdient großen Respekt. Vor allem wenn man bedenkt, dass die ehemaligen Bandkollegen mit ihrer Techno-Rap-Truppe und dem letzten Album „Niveau Weshalb Warum“ sogar bis auf Platz eins der deutschen Charts kommen konnten. Aber das ist eine andere Geschichte.

Buddy Buxbaum ist definitiv „unkaputtbar“

Ein erster Blick auf die Songs zeigt, dass Bartosch Jeznach, so der bürgerliche Name von Buddy Buxbaum, nicht ohne Grund sein ganz eigenes Ding machen will. Für die erste Vorab-Single „Ballast“ holte er sogar den ehemaligen Schlagzeuger der Band Trio mit an Bord. Ein genialer Schachzug und ein umso größerer Song, der mit seinem soulig-theatralischen Sound perfekt zum Text des Stückes passt. Auch die anderen Songs auf „Unkaputtbar“ handeln immer wieder vom Scheitern und Sich-wieder-aufrappeln. In „Vodka Soda“ hält Buddy dem „Höher, schneller, weiter“-Prinzip den Spiegel vor. Schließlich, so lautet ein Fazit, „Vodka Soda bleibt Schnaps mit Mineralwasser“. Stimmt. Simplifizierung hat der Musiker dennoch nicht im Sinn. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass es ihm um das kollektive Runterkommen („Manjana“, „Termin im Park“) geht.

Doch die musikalische Bandbereite auf „Unkapputbar“ umfasst auch ruhigere und nachdenkliche Songs wie „Power“ und „Hitec Overload“. Das schöne an der Umsetzung ist die Liebe zum Detail. So setzt Buddy nicht zwingend nur auf Beats und seine eindringliche Stimme, sondern ist sich auch nicht zu schade, mit Klavier und Gitarre die Songs zu inszenieren. Daher kann man sich auch nicht auf eine bestimmte Stilrichtung festlegen. Am Ende hat man das gute Gefühl, dass man beim Durchhören des Albums nicht mit erhobenem Zeigefinger belehrt worden ist, sich vielleicht einmal weniger mit dem iPhone oder iPad zu beschäftigen. Die Mischung aus textlichen und musikalischen Highlights wirkt erfrischend ausgewogen. Buddy ist zwar „unkaputtbar“, lässt sich aber nicht dazu hinreißen, seine vermeintliche Leidensgeschichte als Deichkind-Aussteiger auf der neuen Platte zu inszenieren. Und damit macht er in meinen Augen alles richtig. Ehrliche „Feelgood“-Musik auf gehobenem Niveau.

Buddy beim Bundesvision Song Contest 2015

Es bleibt zu hoffen, dass Buddy Buxbaum für sein neues Solo-Album die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient. Am 29. August tritt er für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern beim diesjährigen Bundesvision Song Contest von Stefan Raab in Bremen an. Und auch wenn er es voraussichtlich aufgrund der großen Mainstream-Konkurrenz nicht bis auf die vorderen Plätze schaffen dürfte, bekommt er dort eine große Bühne, die es zu füllen gilt.

„Buddy Buxbaum – Termin Im Park (Offizielles Video)“

Buddy Buxbaum Unkaputtbar Cover Holo Rec
„Unkaputtbar“ heißt das neue Album von Buddy Busbaum Bild: Holo Rec

Unkaputtbar: Tracklist

1. Gib Ihm
2. Hulahub
3. Medizin
4. Hamsterrad
5. Manjana
6. Termin Im Park
7. Roulette
8. Taka Tuka
9. Vodka Soda
10. Robodisco
11. Ey Hey
12. Power
13. Hitec Overload
14. Ballast
15. Solaris
16. Hans Dampf

Das neue Buddy Busbaum Album „Unkaputtbar“ ist am 14. August 2015 bei Holo Rec. erschienen.

Foto: Benne Ochs