Bussi – Wanda veröffentlichen neues Album (Kritik)

Wanda Bussi Cover Album Artwork

Was habe ich das letzte Wanda-Album „Amore“ geliebt und eine zeitlang ausschließlich nur diese Songs rauf und runter gehört. Daher kam es etwas überraschend für mich, dass die Österreicher nun schon ein neues Album veröffentlichen. Nur ein Jahr später. „Bussi“ heißt der neue Longplayer und wird an diesem Freitag erscheinen. Zwölf neue Songs sind es insgesamt geworden, zwei davon – „Meine beiden Schwestern“ und „Bussi Baby“ – wurden schon vorab als Singles und jeweils mit einem entsprechenden Musikvideo veröffentlicht.

Bussi: Neues Album von Wanda

Schon vor einem Jahr standen die fünf Wiener für einen anderen Stil wie etwa ihre österreichischen Kollegen von Bilderbuch. Rauere Texte, scheinbar aus dem wahren Leben erlebte oder zumindest passend umgedichtete Geschichten. Der große Bonus dürfte auch beim charismatischen Frontmann Michael Marco Fitzthum liegen, der durch seine Präsenz den Liedern den nötigen Schliff verleiht, damit man sich das Gesungene auch vorstellen kann. An dieses Erfolgskonzept, wenn man es überhaupt so benennen möchte, knüpft die Band auch auf „Bussi“ an und lässt den Hörer wieder mit wunderbar eingängigen Melodien und Texten, die ein wahres Kopfkino auslösen können, selig zurück. Als Fan ist es immer schwer entsprechend kritisch an neues Material eines Künstlers oder einer Band heranzugehen. Dennoch bin ich mir sicher, dass Wanda mit ihrem neuen Studioalbum die Kritiker nicht mehr überzeugen, sondern vielmehr bestätigen werden. Und dazu noch eine ganz Reihe weitere Fans dazukommen werden.

Am Ende bleibt zu hoffen, dass sich die Österreicher auch in Zukunft ihren rauen Charme bewahren und damit noch lange nicht so salonfähig werden, das Papa während er seinem Formatradio lauscht auf einmal anfängt mitzusummen. Allerdings finde ich die Idee persönlich dann doch schon wieder reizvoll, wenn man Wanda demnächst mal häufiger beim Zappen durchs Radio hören würde.

Das neue Wanda Album „Bussi“ erscheint am 2. Oktober 2015 bei Vertigo Berlin.

„Wanda – Bussi Baby (Video)“

„Wanda – Meine beiden Schwestern (Video)“

Bussi: Tracklist

1. 1, 2, 3, 4
2. Meine beiden Schwestern
3. Bussi Baby
4. Lieber dann als wann
5. Gib mir alles
6. Nimm sie wenn du’s brauchst
7. Alarm!
8. Mona Lisa der Lobau
9. Das wär schön
10. Sterne
11. Andi und die spanischen Frauen
12. Kein Herz im Hirn

Buddy Buxbaum – Unkaputtbar (Kritik)

Buddy Buxbaum Foto by Benne Ochs

„Glück kannst du dir nicht kaufen, also genieß die Achterbahn“, singt Buddy Buxbaum auf seinem Track „Termin im Park“ von seinem neuen Solo-Album „Unkaputtbar“ . Ein passender Titel für ein Album, dass der ehemalige Deichkind-Frontmann komplett in Eigenregie aufgenommen und selber produziert hat. Logischerweise erscheint der Longplayer des Selfmade-Musikers auf dem eigenen Label Holo Rec. Alleine das verdient großen Respekt. Vor allem wenn man bedenkt, dass die ehemaligen Bandkollegen mit ihrer Techno-Rap-Truppe und dem letzten Album „Niveau Weshalb Warum“ sogar bis auf Platz eins der deutschen Charts kommen konnten. Aber das ist eine andere Geschichte.

Buddy Buxbaum ist definitiv „unkaputtbar“

Ein erster Blick auf die Songs zeigt, dass Bartosch Jeznach, so der bürgerliche Name von Buddy Buxbaum, nicht ohne Grund sein ganz eigenes Ding machen will. Für die erste Vorab-Single „Ballast“ holte er sogar den ehemaligen Schlagzeuger der Band Trio mit an Bord. Ein genialer Schachzug und ein umso größerer Song, der mit seinem soulig-theatralischen Sound perfekt zum Text des Stückes passt. Auch die anderen Songs auf „Unkaputtbar“ handeln immer wieder vom Scheitern und Sich-wieder-aufrappeln. In „Vodka Soda“ hält Buddy dem „Höher, schneller, weiter“-Prinzip den Spiegel vor. Schließlich, so lautet ein Fazit, „Vodka Soda bleibt Schnaps mit Mineralwasser“. Stimmt. Simplifizierung hat der Musiker dennoch nicht im Sinn. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass es ihm um das kollektive Runterkommen („Manjana“, „Termin im Park“) geht.

Doch die musikalische Bandbereite auf „Unkapputbar“ umfasst auch ruhigere und nachdenkliche Songs wie „Power“ und „Hitec Overload“. Das schöne an der Umsetzung ist die Liebe zum Detail. So setzt Buddy nicht zwingend nur auf Beats und seine eindringliche Stimme, sondern ist sich auch nicht zu schade, mit Klavier und Gitarre die Songs zu inszenieren. Daher kann man sich auch nicht auf eine bestimmte Stilrichtung festlegen. Am Ende hat man das gute Gefühl, dass man beim Durchhören des Albums nicht mit erhobenem Zeigefinger belehrt worden ist, sich vielleicht einmal weniger mit dem iPhone oder iPad zu beschäftigen. Die Mischung aus textlichen und musikalischen Highlights wirkt erfrischend ausgewogen. Buddy ist zwar „unkaputtbar“, lässt sich aber nicht dazu hinreißen, seine vermeintliche Leidensgeschichte als Deichkind-Aussteiger auf der neuen Platte zu inszenieren. Und damit macht er in meinen Augen alles richtig. Ehrliche „Feelgood“-Musik auf gehobenem Niveau.

Buddy beim Bundesvision Song Contest 2015

Es bleibt zu hoffen, dass Buddy Buxbaum für sein neues Solo-Album die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient. Am 29. August tritt er für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern beim diesjährigen Bundesvision Song Contest von Stefan Raab in Bremen an. Und auch wenn er es voraussichtlich aufgrund der großen Mainstream-Konkurrenz nicht bis auf die vorderen Plätze schaffen dürfte, bekommt er dort eine große Bühne, die es zu füllen gilt.

„Buddy Buxbaum – Termin Im Park (Offizielles Video)“

Buddy Buxbaum Unkaputtbar Cover Holo Rec
„Unkaputtbar“ heißt das neue Album von Buddy Busbaum Bild: Holo Rec

Unkaputtbar: Tracklist

1. Gib Ihm
2. Hulahub
3. Medizin
4. Hamsterrad
5. Manjana
6. Termin Im Park
7. Roulette
8. Taka Tuka
9. Vodka Soda
10. Robodisco
11. Ey Hey
12. Power
13. Hitec Overload
14. Ballast
15. Solaris
16. Hans Dampf

Das neue Buddy Busbaum Album „Unkaputtbar“ ist am 14. August 2015 bei Holo Rec. erschienen.

Foto: Benne Ochs

Grillmaster Flash – Andere Leude My Ass (Kritik)

Andere Leude My Ass Grillmaster Flash Album Cover

„Als ich noch jung war, war ich noch anders drauf“, so lauten die ersten Zeilen im Song „Weltraum“ von Grillmaster Flash. Und irgendwie passt dies zum bisherigen Werdegang des Musikers aus Bremen-Blumenthal. Denn er hat schon eine bewegte Karriere hinter sich, war schon in unterschiedlichen Bandformationen unterwegs – von Pop bis Punk war so ziemlich alles dabei. Als Grillmeister macht Christian Wesemann, wie der Sänger mit bürgerlichem Namen heißt, lockeren Pop-Rock, der niemandem wehtut und der durch lustige Texte überzeugt. Am 26. Juni hat der Sänger nun sein Debütalbum mit dem Titel „Andere Leute My Ass“ auf dem Label Speck Flag veröffentlicht. Das Cover zeigt ein blankes männliches Hinterteil, und erinnert stark an das bekannte Artwork von Bruce Springsteens „Born in the U.S.A.“ aus dem Jahr 1984.

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TNT (Blumentopf & Texta) – #HMLR (Review)

#HMLR Texta Topf TNT Album Cover

Wer denkt, dass TNT aka Blumentopf & Texta jetzt mit spröden Altherren-Rap um die Ecke kommen, der hat sich getäuscht. Sicherlich sind die Texte der sieben MCs auf ihrem gemeinsamen Album „#HMLR“ nicht mehr thematisch dort angesiedelt, wo man sich auch als Endzwanziger sofort wiederfinden würde. Doch es wäre auch schräg, wenn die Familienväter von krassen Abstürzen, übermassigem THC-Konsum oder ähnlichen Ereignissen rappen würden. Vielmehr geht es in den neuen Songs auch um „schlaflose Nächte und Windeln im Gepäck“ (aus: „Babyboombap“). Doch den Zeitgeist fest im Blick, setzen sich sich dennoch mit dem aktuellen Rap-Business auseinander und machen mit ihrem „TNT Anthem“ oder „Falsch verstanden“ unweigerlich klar, dass man auch noch in 2015 mit ihnen rechnen kann. Damit entziehen sich die beiden Rap-Crews auch dem Vorwurf, sie würden nur noch einmal ein Album an den Start bringen, um noch einmal abzukassieren. Denn dafür haben die Songs zu viel Relevanz. Herausragend sind daher auch Tracks wie „Parkbankphilosophie“ und „Standards“.

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Deichkind – Niveau Weshalb Warum (Review)

Niveau Weshalb Warum Cover Artwork Deichkind

Ab diesem Freitag beginnt eine neue Zeitrechnung. Klar, wird nun so mancher Leser dieses Blogs fragen: Was hat der Autor denn geraucht? Oder: Das haben wir doch schon x-mal gehört. Stimmt! Aber bitte mal kurz innehalten. Denn an diesem Freitag erscheint das neue Album von Deichkind. Das ist erstmal Fakt. Und nach anfänglicher Skepsis meinerseits, dürfte „Niveau Weshalb Warum“ (hier bestellen) durch die Decke gehen. Und, das sage ich jetzt einfach mal so, die Verkaufszahlen des Vorgängers „Befehl von ganz unten“ (hier bestellen) toppen. Warum? Weil die Jungs es tatsächlich geschafft haben, dem ganzen „Leider Geil“-Wahnsinn eine Platte entgegenzusetzen, die nicht nur inhaltlich, sondern auch musikalisch ziemlich gut gemacht ist.

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Bleiben oder gehen – Feine Sahne Fischfilet (Review)

Bleiben oder gehen Feine Sahen Fischfilet Album Cover Artwork

In knapp zwei Wochen erscheint das neue Album von Feine Sahne Fischfilet. Es trägt den Titel „Bleiben oder gehen“ (hier bestellen) und dürfte die meist diskutierte Punkband des Landes wohl noch bekannter machen. Insgesamt haben es zwölf Stücke auf den Longplayer geschafft. Alle mit einer zum Teil sehr persönlichen Note versehen. Geschichten, in denen die Band ihren Werdegang Revue passieren lässt, gleichzeitig aber auch nach vorne blickt. Dabei ist „Bleiben oder gehen“ stets das zentrale Motto, das auch die einzelnen Bandmitglieder umtreibt. Das Hinterfagen der eigenen Situation im Hinblick auf das bisher erreichte. Klischeehaft könnte man sagen, Die Band ist vielleicht ein Stück erwachsener geworden. Denn vom Stil her hat sich die Band definitiv weiterentwickelt, aber ohne dabei die Kernaussage ihrer Songs zu verwässern. Klar, Monchi und seine Jungs waren schon immer politisch und bekamen es immer wieder mit verschiedenen staatlichen Institutionen (u. a. der sächsische Verfassungsschutz) und den Ewiggestrigen zu tun. Aber muss man deshalb als Band auf eine musikalische Weiterentwicklung verzichten? Keineswegs. Und so bin ich gespannt, was das Punk-Sextett aus Mecklenburg-Vorpommern an den Start bringt. Vor allem die Live-Auftritte der Band sind legendär.

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Modulok – Modulok (Review & Tracklist)

Modulok Album Cover Free Download Review Tracklist

Mit dem Jahreswechsel hatten es die Jungs der Indie-Rock-Band Modulok bereits via Facebook verlauten lassen: Das neue Album ist endlich fertig. Fast acht Jahren sind seit dem Debüt „Terrified of Heights“ aus dem Jahr 2006 vergangen. Als ersten Appetit-Happen gab es den Song „Lock The Key“ zu hören, der nun auch auf „Modulok„, dem selbstbetitelten zweiten Album der Band wieder findet. Zehn Tracks sind es insgesamt geworden und gegenüber dem Vorgänger hat sich musikalisch – zum Glück – nicht viel geändert. Etwas rauer sind die Tracks vielleicht geworden, aber die eingängige Stimme von Sänger Robin Erdmann sticht noch immer markant hervor. Doch mit dem Release, der als Free Download via SoundCloud stattgefunden hat, kündigte die Band auch zugleich an, dass man sich mit dem Erscheinen von „Modulok“ auflösen wird. Die Begründung ist dafür simpel wie einfach: Mittlerweile haben die vier Mitglieder andere Projekte und Pläne, von daher hat man sich zu dem Schritt entschieden. Nachvollziehbar.

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