Dockville 2014: Bilder & Nachbericht (Highlights)

Das Dockville 2014 ist noch in vollem Gange, trotzdem will ich schon mal eine kurze Zusammenfassung des ersten Festival-Tages geben. Da ich und meine Reisegruppe sich den kompletten Freitag freigenommen hatten, konnten wir uns rechtzeitig auf den Weg nach Hamburg-Wilhelmsburg machen. Da die Wetteraussichten recht durchwachsen angekündigt waren, hatten wir uns noch schnell bei einem skandinavischen Modelabel ein paar Gym-Bags für unsere Pullover und Regenjacken gekauft. Top! Die Anreise verlief komplett problemlos und auch die Bändchen-Vergabe und die Einlasskontrolle zum Gelände waren schnell überstanden.

Dockville 2014: Liedfett und Black Lips überzeugen

Dann ging es auch schon los, die Sonne kam raus und Liedfett mit ihrem “Liedermaching Untergrund” los. Ein kruder Mix aus Ska, Punk, Pop und Rock, der die gut gefüllte Fläche vor dem Grossschot schnell zum Tanzen brachte. Haken dran und weiter. Ein paar Bierchen weiter und nach einem Rundgang über das Gelände, standen auch schon die Mighty Oaks mir ihrem Schmuse-Neo-Folk auf dem Programm. Wirklich nicht schlecht gemacht, aber am Ende konnten die Jungs mich persönlich nicht überzeugen – den Mädels immerhin schien es sehr zu gefallen.

Nun bekam man auch langsam wieder Hunger. Die Auswahl auf der Fressmeile ist groß – Fischbrötchen, vegane Falafel, Burger, Pizza, Döner, Chinesisch und so weiter-, wenn auch sehr teuer. Oder warum sollte ich sieben Euro für einen Backfisch bei einem Festival ausgeben? Was auch nach drei Bier nervt – es gibt leider nur das friesisch-herbe Jever. Kann man irgendwann einfach nicht mehr trinken. Ich zumindest. Aber weiter mit Musik. Schnell zum Vorschot zu den Black Lips, die mir bis dato komplett unbekannt waren, aber eine freudige Überraschung darstellten. Für mich klang es mal nach White Stripes, dann nach Billy Talent. In Summe wirklich gut hörbar und schön unkonventionell.

Birdy legt perfekten Auftritt am Grossschot hin

Persönliches Highlight des Abends: der einstündige Auftritt des britischen Ausnahmetalents Birdy. Vor der wunderbaren Hafenkulisse und mitten in den Sonnenuntergang hinein, sang sich die 18-Jährige mit dem gewaltigen Stimmvolumen schnell in die Herzen aller Zuschauer am Grossschot. Parallel spielte MØ auf der Vorschot-Bühne, weshalb es bei Birdy nicht komplett voll und somit aber auch weniger drängelig war. Ein schöner Auftritt!

Eigentlich hätte man jetzt schon nach Hause gehen können. Zumal es nun auch etwas ungemütlich nasskalt wurde. Aber noch war nicht Schluss. Denn man konnte sich ja die Zeit auch mit einem Lakritz-Schnaps und pipettierter Chili-Essenz vertreiben. Den Rest kann man im Schnelldurchlauf abhaken. Alle Farben spielte live mit unterschiedlichen Sängerinnen und Sängern, Sohn brachten den Maschinenraum in Wallungen (stimmlich super) und in der Klüse war – nach kurzen Startschwierigkeiten – dann auch Pional live zu sehen und hören.

Fazit des ersten Festivaltages: ein wirklich sehr gemischtes Programm, viele junge Besucher mit zu viel Drogen intus und eine insgesamt gemütliche und familiäre Atmosphäre. Gleich geht es weiter!

Dockville 2014 – Tag 1: Persönlicher Timetable

16:10-16:50 Uhr: Liedfett (Grossschot)
18:30-19:10 Uhr: Mighty Oaks (Grossschot)
20:10-21:00 Uhr: Black Lips (Vorschot)
21:00-22:00 Uhr: Birdy (Grossschot)
22:40-23:30 Uhr: Alle Farben (Live) (Vorschot)
23:00-23:40 Uhr: Sohn (Maschinenraum)
00:45-01:35 Uhr: Pional (Live) (Klüse)

Megaloh und Hulk Hodn mit viel Flow

Und weiter ging es mit dem zweiten Festivaltag auf dem Dockville-Gelände. Zum Start in den neuen Tag ging es mit der überzeugenden Performance von Megaloh auf dem Vorschot los. Der Berliner konnte bei Sonnenschein schnell die Masse zum Wippen mit Kopf und Händen bewegen. Spielte dazu bekannte Deutschrap-Klassiker in einer speziellen Remix-Version und konnte aber auch mit den eigenen Tracks überzeugen. Nun wurde es zunehmend ungemütlicher, weil dann auch leider die letzten Sonnenstrahlen hinter den dichten Wolken verborgen blieben. Immerhin nieselte es zwischendurch meist nur leicht.

Auf Empfehlung eines Bekannten ging es dann am Maschinenraum mit Retrogott & Hulk Hodn weiter, die in bester 90er-Jahre-Manier ihre Deutschrap-Performance zum besten gaben. Wirklich live ein echtes Erlebnis, wenn der Flow aus heutiger Sicht auch ein wenig aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Aber als Kompliment ist zu verstehen, dass mich Hulk Hodn in den meisten Fällen an den lieben Dendemann (Eins Zwo) erinnerte. Echt solide und damit nicht verkehrt, dort gewesen zu sein. Dann wieder ab zur Hauptbühne (Grosschot), wo sich die Indie-Popper von I Heart Sharks schnell mit dem begeisterten Publikum verbündeten und eine groß Party feierten. Ich hatte die Jungs vor einigen Wochen – in deutlichem intimerem Rahmen – auf dem Oakfield Festival gesehen. Seitdem bin ich ein großer Fan.

Die Offenbarung: Kakkmaddafakka & Die Antwoord live

Danach hoppten wir noch kurz zu Feine Sahne Fischfilet rüber, mit den Klängen zu “Komplett im Arsch” ging es dann aber zu den psychedelischen Musikerinnen von Warpaint. Die zeitweise etwas gelangweilt in die Saiten griffen, in Summe aber ein solides Set spielten, ohne sich jedoch großartig von der Produktion auf der Platte abzuheben. Was soll’s. Ist auch keine Musik zu der man tierisch abgehen kann. Mehr als ein gemütliches Wippen und Wanken mit einem Getränk in der Hand war damit nicht drin. Aber auch nicht weiter schlimm. Denn bald sollten ja die durchgeknallten Jungs von Kakkmaddafakka das erste Mal die Massen richtig zum ausrasten bringen. Und so geschah es dann auch eine halbe Stunde später auf der Bühne vor dem Grosschot. Der perfekte Gig gipfelte in einer Cover-Version des Europop-Klassikers “Bailando”, der im Original von Loona stammt. Herrlich durchgeknallt. aber das sollte es noch längst nicht gewesen sein.

Zwischendurch waren wir dann noch bei Milky Chance, die im Vorschot vor mächtiger Kulisse nicht nur ihren größten Hit “Stolen Dance”, sondern deutlich mehr zu bieten hatten. Der Menge gefiel es, aber man musste dann auch schon wieder los. Immerhin hatten sich die Rave-Rapper von Die Antwoord aus Südafrika für das große Finale am zweiten Dockville-Tag angekündigt. Und die legte wie ein Faustschlag in den Magen mit einem irren Mix aus basslastigen Tracks, Video-Clips und neonfarbener Verkleidung los. Dabei sprangen Ninja und Yolandi Visser wie zwei Flummis auf Speed über die Bühne. Mein persönlicher Lieblingssong, “Pitbull Terrier”, vom aktuellen Album “Donker Mag“, durfte natürlich auch nicht fehlen. Fast mehr Performance als Musik und definitiv ein echtes Erlebnis. Wer die nicht einmal live erlebt habt, wird wahrscheinlich nicht verstehen, warum man mit dieser Art von Musik erfolgreich sein kann. Definitiv angucken, wenn sich die Möglichkeit bietet.

Fazit: Das war’s von Tag zwei beim Dockville 2014. Heute waren definitiv viele gute Bands und Künstler am Start und ich bin froh, dass ich Kakkmaddafakka und Die Antwoord endlich auch mal live sehen konnte. Nun ist noch ein Tag über. Ich lasse mich überraschen.

Dockville 2014 – Tag 2: Persönlicher Timetable

15:30-16:10 Uhr: Megaloh (Vorschot)
16:20-17:10 Uhr: Retrogott & Hulk Hodn (Maschinenraum)
18:30-19:20 Uhr: I Heart Sharks (Grossschot)
19:20-20:20 Uhr: Feine Sahne Fischfilet (Vorschot)
19:50-10:50 Uhr: Warpaint (Grossschot)
22:40-23:30 Uhr: Kakkmaddafakka (Grossschot)
22:20-23:20 Uhr: Milky Chance (Vorschot)
23:00-23:40 Uhr: Die Antwoord (Grossschot)

Ein typischer Start in den dritten und letzten Festivaltag auf dem Dockville: Die Messe ist eigentlich schon gelesen, aber trotzdem schleppt man sich mehr oder weniger fit doch noch hin. Zum Glück musste man bei diesem nasskalten und extrem windigen Wetter die Nacht nicht im Zelt verbringen. Da ist eine dicke Erkältung praktisch schon vorprogrammiert. so lange es noch nicht komplette zugeregnet war, konnte man sich zu den Klängen von Mac Demarco vor dem Grossschot noch gemütlich auf die Wiese am Schräghang legen und etwas entspannt dem Treiben des kanadischen Singer-Songwriters lauschen, der nach eigener Aussage die Musikrichtung Jizz Jazz bearbeitet. Live deutlich besser zu ertragen als so manches Stück auf Platte oder bei Youtube (Beispiel gefällig: “Chamber of Reflection“).

Danach ging es mal wieder zur kleineren Bühne, dem Maschinenraum, der fast am Ende des Geländes, Richtung Hafen gelegen ist. Zwischen den Bäumen verfolgten wir den Auftritt der Band Glass Animals aus Oxford. Die Jungs spielen einen interessanten Mix aus Soul, Neofolk und Trip Hop und einer kräftigen Prise Elektro. Kannte ich bisher überhaupt nicht, aber gerade deshalb konnte man sich völlig unvoreingenommen darauf einlassen. Klasse Gig! Danach war noch ein wenig Zeit, um sich für den Auftritt von Alligatoah in Position zu bringen. Der Weg zur benachbarten Grossschot-Bühne war allerdings schnell geschafft. Das geplante Essen wurde auf später vertagt. Und dann ging es auch schon rund. Mit aufwendiger Bühnen-Deko und mit der Unterstützung des vor allem durch seine VBT-Auftritte bekannten Rappers BattleBoi Basti legte Alligatoah mit seinem einstündigen Programm auf der Hauptbühne los. Leider fing das Wetter nun an, überhaupt nicht mehr mitzuspielen. Regenjacken und Schirm wurden gezückt und ab da nicht mehr abgelegt. Tat der Stimmung dennoch keinen Abbruch. Das Set gipfelte mit der Zugabe “Willst du (mit mir Drogen nehmen)”, dem Hit aus seinem aktuellen Album “Triebwerke” (hier bestellen).

Eigentlich hätte man nun schon die Segel streichen können, denn der Regen hatte sich nun in den Dauer-Modus geschaltet. Wir entschieden uns aber dennoch dafür, noch eine schnelle Runde über den Food-Court zu drehen und verleibten uns im Sonnendeck-Zelt eine Currywurst ein. Lecker! Nun fiel die Entscheidung innerhalb der Gruppe etwas schwer. Wo sollte man nun hingehen? Ab 20:30 Uhr spielten das Hamburger Hip-Hop-Urgestein Samy Deluxe und der Newcomer Flume parallel. Ich entschied mich für den australischen Elektro-DJ und stand dann mit der Gruppe bei strömendem Regen wieder im Schutz der Bäume vor dem Maschinenraum. Allerdings waren die Bässe von der Hauptbühne so laut, dass man sie während der etwas leiseren Passagen auch hier hören konnte. Auf dem Rückweg warfen wir noch einen kurzen Blick zu Samy rüber, aber leider war es nun so ungemütlich, dass wir uns entschieden, schon vorzeitig das Gelände zu verlassen und begaben uns Richtung Shuttle-Bus.

Fazit: Mein erstes Dockville wird defintiv nicht das letzte gewesen sein. Warum? Weil ich an drei Tagen einen sehr bunten Mix an Musik und Performances genießen durfte, die Leute – anders als bei den ganz großen Festivals – deutlich entspannter unterwegs und man auch in einer größeren Gruppe ohne viel Gedrängel jede Menge Spaß haben kann. Die besten Auftritte haben für mich Birdy, Kakkmaddafakka, Die Antwoord und Alligatoah hingelegt. Sohn und Glass Animals spielten zwar “nur” im Maschinenraum, dafür stimmte auch hier alles. Letztlich hätte nur das Wetter, vor allem am letzten Tag, besser sein können. Aber darauf hat man ja keinen Einfluss. Mit einem Satz: Es war schön!

Dockville 2014 – Tag 3: Persönlicher Timetable

16:20-17:00 Uhr: Mac Demarco (Grossschot)
17:40-18:30 Uhr: Glass Animals (Maschinenraum)
18:50-19:50 Uhr: Alligatoah (Grossschot)
20:30-21:30 Uhr: Flume (Maschinenraum)
20:30-22:00 Uhr: Samy Deluxe

Bilder-Galerie: Eindrücke vom Dockville 2014

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