MS Dockville 2015: Mein Nachbericht (Bilder)

Hach, was ist mir das Herz beim diesjährigen MS Dockville Festival aufgegangen. Zahlreiche tolle Bands, eine entspannte Atmosphäre und das wohl beste Festivalwetter seit Jahren am Reiherstieg in Hamburg-Wilhelmsburg. Obwohl dieses Mal die richtig großen Acts aus meiner Sicht fehlten, hat das Line-up wirklich überzeugt. Natürlich standen mit Interpol, Caribou, AnnenMayKantereit und José Gonzáles keine kleinen Acts auf den Bühnen. Aber dazu später mehr.

Dockville 2015: Highlights – Tag 1


Am Freitag ging es für mich persönlich am Vorschot mit dem Singer-Songwriter Andreas Moe los. Entspannter Schweden-Pop, wobei man sich die ersten Biere in der Sonne gönnen konnte. Nach einer knappen Stunde war dann Schluss. Bis zu den Auftritten von Interpol und AnnenMayKantereit, den beiden Headlinern des ersten Tages, war noch reichlich Zeit. Und so lauschte ich ein wenig den Klängen von Asgeir und Talisco und schaute natürlich auch im Nest bei der deutschen Techno-Hoffnung Felix Jaehn vorbei. Doch wirklich ergiebig war das nicht. Also doch noch einen Abstecher zu Suff Daddy in der Klüse und später dann noch Son Lux im Maschinenraum. Und dann war es endlich soweit: Interpol legten am Grossschot los – und enttäuschten maßlos. So eine steige und wenig mitreißende Performance habe ich wirklich selten auf einem Festival gesehen. Am Ende schien es so, dass im Publikum keiner mehr rockte oder wippte.

Also traf ich die einzig richtige Entscheidung und machte zum Vorschob rüber. Denn AnnenMayKantereit sind nicht zuletzt seit “Barfuß am Klavier” ein Live-Act, den man gesehen haben musste. Es war mein erstes Mal und ich war am Ende wunschlos glücklich. Danke dafür, Jungs!

Dockville 2015: Highlights – Tag 2

Nachdem uns der Shuttle am Vorabend heil nach Hause gebracht hatte und ich mit meiner Festivaltruppe ein ordentliches Frühstück mit allem Drum und Dran zu mir genommen hatte, machte ich mich erneut mit einem Wegbier auf den Weg nach Wilhelmsburg. Am Samstag standen für mich zahlreiche Deutschrap-Acts auf dem Programm, die ich mir unbedingt angucken wollte. Und der Plan ging auch nicht zuletzt auch deshalb auf, da einige meiner Mitstreiter auch ein großes Herz für Hip Hop und Rap haben. Chapeau!

Am Vorschot ging es also mit dem Münchener Rapper Fatoni los, der mit reichlich Wortwitz und auch klassischen Freestyle-Rao-Einlagen überzeugen konnte. Dann wären eigentlich Zugezogen Maskulin dran gewesen, doch meine Reisegruppe und ich zogen es vor, den Nachmittag mit Speis und Trank auf den Stufen bei der Klüse zu verbringen und den Klängen von Volts und All We Are am Maschinenraum zu lauschen. Auch gut. Denn danach konnte man sich den Auftritt der Zeckenrapper von der Antilopen Gang am Vorschot angucken. Ein total professioneller und mitreißender Auftritt der Jungs, die schon am frühen Abend so ziemlich alles gaben und die Masse durchgeschwitzt und heiser zurückließen.

Danach ein kurzer Abstecher zu Django Django und zur Fressmeile am Grossschot. Und dann war Prinz Pi an der Reihe, der mit Band und neuem Material aus seinem kommenden Album die Besucher in Trance versetzte. Einigen stieg jetzt schon der Alkohol zu Kopfe – die Sanis rückten aus und machten das Beste aus einer beschissenen Situation. Dann ging es zum Highlight des Abends am Vorschot – Mastermind Caribou hatte zur Session am Grossschot geladen und legte einen minutiös geplanten Auftritt hin, der sich gegen Ende des Sets immer weiter steigerte. Grandios abgeliefert. Aber da hatten die Festivalbesucher noch nicht de “schönen General”, Romano gesehen. Der Rapper aus Berlin Köpenick hat sein erstes Album in den Startlöchern und konnte mit Songs wie “Metallutte”, “Brenn die Bank ab” und “Klaps auf den Po” für einige Lacher sorgen. Auch musikalisch sehr unterhaltsam, was der Glanjackenträger da zum Besten gab. Dann war für mich Schluss und es ging mit dem Shuttle ab zur Bahn, umsteigen, laugen – und schließlich pennen.

Dockville 2015: Highlights – Tag 3

Dritter und letzter Tag und es hatte noch immer nicht geregnet, was durchaus beachtlich ist, wenn man das Hamburger Festivalwetter kennt. Aber Schwamm drüber, der Wettergott war auf unserer Seite und wir durften weiter feiern. Doch am Sonntag ließ ich es ganz gemütlich angehen und so fuhren wir mit dem Auto (!) zum Gelände, was sich als gute Entscheidung entpuppte. Schließlich ist man auch keine 20 mehr. So blöd das klingt, so wahr ist es leider. Und so machte ich mir einen entspannten Nachmittag bei HVOB und dem Alle Farben DJ-Set, um danach direkt zu den Young Fathers zu gehen. Kannte ich bisher nicht, würde ich mir auf Platte wohl auch nicht anhören, aber live war das am Sonntag mit dem bisschen Sonne im Gesicht gut auszuhalten. Highlight für mich an diesem Tag waren definitiv Die Orions, die mit ihrem mitreißenden Mix aus Rap, Pop und Comedy die Massen noch mal im Wallungen versetzten und sprichwörtlich “Schwung in die Kiste” brachten.

Zum Abschluss machte dann José Gonzáles am Grossschot die Schotten dicht und ließ die Pärchen noch einmal ganz eng die Arme umeinander schlingen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass an diesem Abend vielen Menschen sehr glücklich und sehr verliebt nach Hause gegangen sind. Mich und meine Begleitung eingeschlossen. Es war mir ein innerliches Blumenpflücken und wieder sehr schön.

An alle, die sich schon auf das kommende Jahr freuen: Der Termin für das MS Dockville 2016 steht bereits fest und die Infos zu den Tickets gibt es hier.

MS Dockville 2015: Bildergalerie

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