Warum Juice WRLD mit “Lucid Dreams” so erfolgreich ist // Analyse

Über 226 Millionen Klicks konnte Newcomer Juice WRLD mit seinem Song “Lucid Dreams” (deutsch: Klartraum; ein Traum, den der Träumende bewusst wahrnimmt)  bereits bei YouTube einfahren. Und auch sonst läuft es für den US-Rapper aus Chicago, Illinois, recht gut. Mit einem 3-Millionen-Dollar-Vertrag von Interscope im Gepäck, will er jetzt erst richtig durchstarten. Das jüngste Projekt ist das Kollabo-Mixtape “Wrld on Drugs” mit Kollege Future.

Lucid Dreams: Erfolgreich dank Sting-Sample

Juice WRLD – Lucid Dreams (2017)

Doch noch mal zurück zu “Lucid Dreams”. Es dürfte nicht nur allein am Talent von Juice WRLD und dem coolen Musikvideo von Cole Bennett liegen, dass der Track so dermaßen durch die Decke ging. Denn das Sample, im Original aus Stings “Shape of My Heart” aus dem Jahr 1993, ist clever gewählt. Praktisch der komplette Song baut auf dem Sting-Klassiker auf. Ohne dabei wie eine plumpe Kopie zu klingen.

Sting – Shape of My Heart (1993)

Denn der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Bereits 1996 nutzte Nas das Fragment aus dem Sting-Song, um seinen Überhit “The Message” zu produzieren. Auch The Roots griffen das Thema in ihrem Track “Break You Off” aus dem Jahr 2202 nochmals auf.

Nas – The Message (1996)

The Roots – Break You Off (2002)

Etwas weniger kreativ sind dabei die beiden Produktionen aus dem Jahr 2018, also nachdem “Lucid Dreams” erschienen ist. Denn sowohl “Pieces” von Tory Lanez feat. 50 Cent, als auch “Parkway Drive” von Russ klingen so, als wollte man den Erfolg von Juice WLRD kopieren bzw auf dem Erfolgs-Zug mit aufspringen. Richtig erfolgreich sind beide Produktionen auch nicht. Und auch ein Blick auf die Kommentaren unter den beiden Songs zeigt, dass man einige Hörer mit diesem Vorgehen eher verärgert.

Tory Lanez feat. 50 Cent – Pieces (2018)

Russ – Parkway Drive (2018)

Dennoch lässt sich abschließen festhalten, dass sich Sting eigentlich freuen dürfte, dass sein 25 Jahre alter Song auch noch im Jahr 2018 so frisch und tanzbar klingt. Mehr kann man sich als Musiker doch wirklich nicht wünschen.

Screenshot: YouTube.com/Lyrical Lemonade