Oakfield Festival 2014 (Bilder & Nachbericht)

Zum mittlerweile sechsten Mal fand das Oakfield Festival am 26. Juli 2014 statt. In den Jahren zuvor hatte man stets auf dem Gelände des alten Herwighofs in Tiste gastiert, in diesem Jahr hatten die Veranstalter in Elsdorf eine neue Location aufgetan. Bei schönstem Sommerwetter war alles bereit und die zwei Bühnen waren wie immer professionell in Szene gesetzt worden, so dass die insgesamt zehn Bands nahtlos ihre Songs zum Besten geben konnte. Nebenbei sei erwähnt, dass es an der Abendkasse noch Karten für schlanke 23 Euro zu erwerben gab. Und auch die Preise für Essen (Burger 4,50 Euro) und Getränke (Softdrinks 1,50 Euro, Bier 2,50) waren mehr als fair kalkuliert worden. Natürlich ist ein Ein-Tages-Festival immer eine ganz besondere Veranstaltung an sich, da man nicht wie gewöhnlich für mindestens drei bis vier Tage Essen, Getränke und Sachen wie Grillkohle, Klopapier vorhalten muss. Aber nun zu den musikalischen Highlights des Abends.

Oakfield Festival 2014: Offizieller Timetable

Kurzer Einschub und dann geht es los: Um einen bessere Orientierung über die Bands zu erhalten, habe ich noch mal den kompletten Ablaufplan für das Oakfield Festival 2014 mit den dazugehörigen Spielzeiten aufgelistet.

17:00 – 17:30 Uhr: St. Viti Big Band (Schülerband)
17:40 – 18:10 Uhr: Suddenly Human (Alternative Rock)
18:20 – 18:50 Uhr: The Low Flying Ducks (Folk-Rock)
19:00 – 19:30 Uhr: We’re All Thieves (Post-Hardcore)
19:30 – 19:40 Uhr: Siegerehrung Human Kicker Cup
19:50 – 20:30 Uhr: Luftpost (Pop)
20:40 – 21:20 Uhr: The Palm Set (Indie-Pop)
21:30 – 22:20 Uhr: Luis Laserpower (Elektropop/Rap)
22:30 – 23:20 Uhr: Findus (Post-Punk)
23:30 – 00:20 Uhr: Montreal (Punk-Rock)
00:30 – 01:30 Uhr: Loui Vetton (Punk-Rock/Melodic-Lounge-Core-Jazz)
01:40 – 02:50 Uhr: I Heart Sharks (Elektropop/Indietronic)

Nachbericht: So war das Oakfield 2014

Nachdem ich mit meiner Reisegemeinschaft das Zeltlager (direkt neben unseren Autos) aufgebaut hatte, machten wir uns auf den Weg zum Festivalgelände. Dank der extrem kurzen Wege und dem nicht vorhandenen Stau vor dem Einlass, betraten wir das Gelände gegen kurz vor 17 Uhr. Schnell ein paar Freunde und Bekannte begrüßt, und schon ging es mit dem ersten Alsterwasser in der Hand los. Ehrlich gesagt hatte ich mich insgeheim schon auf We’re All Thieves eingestimmt, so dass die St. Viti Big Band, Suddenly Human und The Low Flying Ducks nur “nebenbei” von mir aufgenommen wurden. Obwohl mir in Erinnerung geblieben ist, dass der Drummer von The Low Flying Ducks meiner Ansicht nach eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Schauspieler Wilson Gonzalez Ochsenknecht hat. Aber das nur am Rande.

Pünktlich gegen 19 Uhr legten dann also die vier Jungs von We’re All Thieves und konnten, durch ihre Mischung aus Alternative Rock, Hardcore und Punk, die ersten Leute vor der Bühne zum tanzen bewegen. Fast schon routiniert spulte die Band ihr Programm ab und erntete am Ende völlig verdient auch jede Menge Applaus. Danach wurden noch schnell die Gewinner des Human-Kicker-Turniers ausgezeichnet und dann ging es auch rasch mit dem nächsten musikalischen Act weiter: Luftpost aus dem nahe gelegenen Buxtehude. Den Auftritt habe ich mir gemütlich auf der Wiese liegen mit einem leckeren Burger angeguckt. Kurzes Fazit: Überhaupt nicht meine Musik, aber die Jungs haben sich wirklich Mühe gegeben und doch eine beachtliche Anzahl von Leute vor die Bühne locken können.

Aha-Erlebnis: Der Auftritt von Luis Laserpower

Das erste Highlight an diesem Abend war allerdings der Auftritt von The Palm Set. Die vier Jungs haben bereits eine Menge Erfahrung und zuvor alle in anderen Bands gespielt. Sie liebe Musik und machen Musik, die sich irgendwo zwischen Foo Fighters, Brand New, Jimmy Eat World und blink-182 ansiedeln lässt. Haben aber dennoch einen ganz eigenen Stil und allesamt eine enorme Bühnenpräsenz. Mich konnten die Jungs sofort überzeugen und ernteten, nicht nur wegen Local-Hero-Effekt überschwänglichen Applaus. Wer aber danach dachte, dass es nun erst mal wieder gemütlicher weitergehen würde, der irrte gewaltig. Denn nun war es zeit für Luis Laserpower und jede Menge Gute-Laune-Musik mit Mitsingpotential ab der ersten Strophe. Die Band, deren Mitglieder aus Berlin und Worms stammen, überzeugt durch kluge Texte auf deutsch und hinterlegt diese mit einer Mischung auf Elektro-Beats und Stil-Elementen aus Pop- und Rap-Musik. Klingt live noch mal besser als auf Platte. Und Sänger Luis Bartels lässt sich nicht mal von einem kurzzeitig auf der Bühne herumirrenden Fan beeindrucken, sondern löst eine solche Situation nonchalant mit den Worten: Hey Security? Ach, egal!” Wirklich ganz große Unterhaltung. Mein persönliches Highlight auf dem Oakfield 2014.

Kurze Pause, dann betraten Findus die Bühne. Man merkte der Band leider etwas an, dass sie es anscheinend mittlerweile gewohnt ist, auf größeren Bühnen (Deichbrand, Hurricane) zu rocken. Frontmann Lüam (ja, so heißt er) versuchte mehrfach, noch mehr Leute für die Musik zu begeistern. Doch so recht wollte der Funke nicht überspringen. Aber geschenkt. Ich finde die Musik zwar auch ganz passabel und auch hörbar, aber dennoch nicht so gut, dass ich mir ein Konzert in voller Länge geben müsste. Findus nahmen es sicher auch gelassen und verabschiedeten sich artig in den Backstage-Bereich. Auf der Hauptbühne hatten sich nun schon Montreal in Position gebracht und legten mit ihren Programm aus Pop-Punk und frechen Sprüchen routiniert los. Am Ende durften sogar noch die als Matrosinnen verkleideten Damen eines Junggesellenabschieds mit auf der Bühne rocken. Hirsch, Yonas und Max Power sind einfach schon so lange im Geschäft, dass es immer wieder eine Freude ist, sie live zu sehen.

Großes Finale: Loui Vetton und I Heart Sharks rocken die Bühne

Das zweite Aha-Erlebnis (nach Luis Laserpower) hatte ich an diesem Abend beim Auftritt von Loui Vetton. Einer Hamburger Kapelle, die mit ihrem ungewöhnlichen Mix aus Hardcore, Ska und Melodic Jazz für ihre kraftvollen Auftritte bekannt ist. Und das Konzept ging auch beim Oakfield zu später Stunde – mittlerweile war es auch schon halb eins in der Nacht – vollkommen auf. Auch für mich, da man mit den Jungs prima feiern und zur Musik tanzen konnte. Nach einer Stunde war Schluss und es war Zeit für den letzten Acts des Festivals: I Heart Sharks. Die deutsch-britische Band aus Berlin gehört zu den Aufsteigern in diesem Jahr und wird für ihren Stilmix aus Elektropop und Indietronic zu recht gefeiert. Mittlerweile hatte sich das Publikum, ob der späten Uhrzeit, schon etwas dezimiert. Doch die Leute, die noch immer nicht genug gefeiert hatten, konnten nun noch mal ordentlich alle viere von sich strecken und zu den Beats abgehen. Und auch hier kam es zu einer Premiere: Am Ende ihre Gigs, um kurz vor drei, forderte die Menge eine Zugabe – und bekam noch einmal Nachschlag. Auch ich und meine Festival-Truppe waren restlos bedient, zufrieden und müde. Der anschließenden After-Show-Party wohnten wir daher nur kurz bei, nahmen einen letzten Drink und krochen kaputt, aber glücklich in unseren Schlafsäcke.

Danke an alle Leute, die dieses kleine Festival in der Provinz jedes Jahr aufs Neue ermöglichen. Ich komme gerne wieder! In der Bilder-Galerie gibt es noch ein paar Eindrücke von den unterschiedlichen Bands auf dem Oakfield 2014.

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